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Monatsprogramm März

folgende Filmreihen werden diesen Monat gezeigt

Her mit dem besseren Leben! – Kino & Migration
gefördert von der SK Stiftung Kultur

Im Herbst II – Die letzten Jahre in der DDR

Cinebrasil - Brasilianisches Filmfest

Zum 100. Geburtstag von Akira Kurosawa

In memoriam: Eric Rohmer


Donnerstag 4.3.2010 20 Uhr
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
Eröffnung mit anschließendem Umtrunk

I MAGLIARI
AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS
I/F 1959, s/w, OF, 116 Min., 35mm
Restaurierte Fassung
Regie Francesco Rosi
Buch Francesco Rosi, Suso Cecchi d’Amico, Giuseppe Patroni Griffi, nach einem Stoff von Francesco Rosi Kamera Gianni Di Venanzo Musik Piero Piccioni Darsteller Alberto Sordi, Belinda Lee, Renato Salvatori, Nino Vingelli, Aldo Giuffrè, Aldo Bufi Landi, Nino Di Napoli, Linda Vandal

In Hamburg fällt der italienische ›Gastarbeiter‹ Mario einer Gaunerbande neapolitanischer Stoffhändler in die Hände. Doch auf St. Pauli haben polnische Kleinkriminelle schon das Revier abgesteckt.

»Die eigentlich innovative und vor allem im deutschen Sprachbereich bisher kaum registrierte Leistung des Films aber ist Gianni Di Venanzos Schwarzweißphotographie, die dank der damals ungebräuchlichen Verwendung hochempfindlichen Negativmaterials auch nachts und in Dämmerungsszenen mit dem vorhandenen oder einem Minimum an zusätzlichem Licht auskommt und dadurch in den auf Originalschauplätzen gedrehten Szenen ein hohes Maß an Authentizität ermöglicht.«
ALEXANDER J. SEILER (1983)

Vorfilm
THE IMMIGRANT
USA 1917, s/w, stumm, 20 Min., 16mm
Regie Charles Chaplin
Buch Vincent Bryan, Charles Chaplin, Maverick Terrell Kamera Roland Totheroh Darsteller Charles Chaplin, Edna Purviance, Eric Campbell, Albert Austin, Henry Bergman

Auf einem Schiff in die USA lernt der Tramp Charlie ein Mädchen kennen, das er in einem New Yorker Lokal wieder trifft. Mittellos versucht er, eine Mahlzeit zu ergattern und das Herz des Mädchens zu erobern.

Mit Klavierbegleitung von Daniel Kothenschulte

Einführung Aurora Rodonò


Freitag 5.3.2010 20 Uhr
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
ANAM
D 2001, Farbe, 86 Min., 35mm
Buch & Regie Buket Alakuş
Kamera Marcus Lambrecht Musik Mehmet Ergin Darsteller Nursel Köse, Navid Akhavan, Tayfun Bademsoy, Audrey Motaung, Birol Ünel, Patrycia Ziolkowska

Mit Witz und Dreistigkeit mischt die türkische Putzfrau Anam kräftig den Hamburger Kiez auf und versucht, ihren Sohn aus den Klauen von Drogendealern zu befreien.

»Erst verliert Anam ihren Mann, anschließend das Kopftuch, und die Absätze an den Schuhen gehen auch irgendwann drauf – das alles ist jedoch weit entfernt von platter Symbolik und besticht durch einen differenzierten, für Verständnis und Toleranz werbenden Blick auf eine alle kulturellen Grenzen überschreitende, universell-menschliche Geschichte.« THOMAS WAITZ, SCHNITT (2002)

Vorfilm
LASSIE
D 2003, Farbe, 11 Min., 35mm
Buch & Regie Sinan Akkuş Kamera Fred Schuler Musik Chris Heyne Darsteller Adnan Maral, Hilmi Sözer, Mišel Matičević, Denis Moschitto, Tayfun Bademsoy, Christoph Maria Herbst

In Köln verdienen die drei Ganoven Altan, Montana und Boban ihren Unterhalt mit Schutzgelderpressungen. Auf der Suche nach der besten Kuttelsuppe platzen sie mitten in einen Dreh für eine Dönerbuden-Werbung. Mit von der Partie: Montanas Hund Lassie, der Leben retten kann.

Zu Gast: der Filmemacher Sinan Akkuş


Samstag 6.3.2010 18 Uhr (!)
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
MÄDCHEN IM SCHAUFENSTER
LA RAGAZZA IN VETRINA
I/F 1961, s/w, DF, 78 Min., 35mm
Regie Luciano Emmer
Buch Luciano Emmer, Pier Paolo Pasolini, Luciano Martini, Vinicio Marinucci Kamera Otello Martelli Musik Roman Vlad Darsteller Lino Ventura, Magali Noël, Marina Vlady, Bernard Fresson, Antonio Badas

Nachdem die beiden italienischen ›Gastarbeiter‹ ein Grubenunglück in Belgien überleben, machen sie sich auf ins Amsterdamer Rotlichtviertel, wo sich Vincenzo in das Schaufenster-Mädchen Els verliebt.

»Ein Mix aus neorealistischer Sozialstudie und Liebesdrama nach einem Drehbuch, an dem auch der seinerzeit äußerst umstrittene Autor und spätere Regisseur Pier Paolo Pasolini mitschrieb. Emmers Regiearbeit beeindruckt mit der detailgetreuen Milieuschilderung des niederländischen Kohlereviers, für eine erotische Note sorgt die damals 22-jährige Marina Vlady.« PRISMA TV GUIDE

20 Uhr
SÜPERSEKS
D 2004, Farbe, 95 Min., 35mm
Regie Torsten Wacker
Buch Kerim Pamuk, Daniel Schwarz Kamera Andre Lex Musik Florian Tessloff Darsteller Denis Moschitto, Marie Zielke, Hilmi Sözer, Meral Perin, Jenny Ostermann, Peter Lohmeyer

Weil er schnellstens 50.000 Euro auftreiben muß, gründet Elviz die erste türkische Sex-Hotline und bekommt ein echtes Problem, als sich seine eigene Freundin bei Süperseks bewirbt.

»Erfrischend ist SÜPERSEKS, in St. Pauli gedreht, schon deshalb, weil orientalischer Machismo hier ein Problem der Männer ist und nicht, wie in den vielen ›klassischen‹ türkisch-deutschen Dramen wie etwa 40 qm DEUTSCHLAND, ein Problem der Frauen – für sie ist es eine sprudelnde Einnahmequelle.«
BIRGIT ROSCHY, epd Film (2004)


Sonntag 7.3.2010 - 18 Uhr (!)
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
DIE SCHWEIZERMACHER
CH 1978, Farbe, DF, 107 Min., 35mm
Regie Rolf Lyssy
Buch Rolf Lyssy, Christa Maerker Kamera Fritz E. Mäder Musik Jonas C. Häfeli Darsteller Emil Steinberger, Walo Lüönd, Beatrice Kessler, Wolfgang Stendar, Hilde Ziegler, Claudio Caramaschi, Silvia Jost

Max und Moritz, zwei kleinkarierte Kantons-Polizisten nehmen einbürgerungswillige Ausländer unter die Lupe. Denn: Wer die Staatsbürgerschaft dieses saubersten und reichsten Landes erwerben will, wird besucht, befragt, beobachtet...

»An sich war die Geschichte ganz und gar nicht lustig. Rolf Lyssy zeigte schonungslos auf, wie absurd, kleinkariert und auch menschenverachtend das Einbürgerungsprozedere war (und vielleicht immer noch ist). Aber er tat es nicht wie seine damaligen Kollegen aufklärerisch-didaktisch, sprich langweilig, sondern witzig, ironisch, leicht sarkastisch, mit gutschweizerischem Charme und einer Prise Romantik.«
MARKUS HEGGLIN

20 Uhr
PANE E CIOCCOLATA
BROT UND SCHOKOLADE
I 1973, Farbe, OmU, 110 Min.
Regie Franco Brusati
Buch Franco Brusati, Jaja Fiastri (Dialoge) Kamera Luciano Tovoli Musik Daniele Patucchi Darsteller Nino Manfredi, Anna Karina, Paolo Turco, Johnny Dorelli, Ugo D’Alessio, Tano Cimarosa

In der Schweiz findet der Italiener Nino Garofalo sein Glück als Kellner. Bis er beim Pinkeln in der Öffentlichkeit erwischt wird und man ihm die Arbeitserlaubnis entzieht. Ohne gültige Papiere findet er Zuflucht bei der Griechin Elena und verliebt sich. Die aber will einen Polizisten heiraten.

»Die warmherzige Satire erinnert an Chaplin-Klassiker wie LICHTER DER GROSSSTADT . 1973 gewann sie den Silbernen Bären. Fazit: Schräg, aber anrührend: So funktioniert das!« CINEMA

Vorfilm
DAS GRÜNE SCHAF
D 2008, Farbe, 4 Min., 35mm
Animation, Kamera, Buch & Regie Carsten Strauch Musik Kolja Erdmann Sprecher Carsten Strauch

Marcel hat es nicht leicht in der Schule. Als grünes Schaf wird er häufig ausgegrenzt und mit Vorurteilen konfrontiert. Doch seine Patchwork-Familie gibt ihm Halt.


Donnerstag 11.3.2010 20 Uhr
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
WILD IS THE WIND
WILD IST DER WIND
USA 1957, s/w, OF, 114 Min., 16mm
Regie George Cukor
Buch Arnold Schulmann Kamera Charles Lang jr. Musik Dimitri Tiomkin Darsteller Anna Magnani, Anthony Quinn, Tony Franciosa, Dolores Hart, Joseph Calleia

Nach dem Tod seiner Frau heiratet der italo-amerikanische Farmer Gino seine temperamentvolle Schwägerin Gioia und läßt diese nach Nevada kommen. Weil er versucht, Gioia dem Idealbild seiner verstorbenen Frau anzugleichen, flüchtet sich die verzweifelte Gioia in die Arme eines jüngeren Mannes.

»Sorgfältig gestaltetes Melodram mit zuweilen aufdringlicher Symbolik, aber großartigen Darstellern, das sich ernsthaft mit der dargestellten Problematik auseinanderzusetzen versucht.«
LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS


Freitag 12.3.2010 20 Uhr
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
LOLA UND BILIDIKID
D 1999, Farbe, 90 Min., 35mm
Buch & Regie Kutluğ Ataman
Kamera Chris Squires Musik Arpad Bondy Darsteller Gandi Mukli, Baki Davrak, Erdal Yildiz, Inge Keller, Michael Gerber, Murat Yilmaz

Im Berliner Nachtleben lernt der homosexuelle Murat den Transvestiten Lola kennen und entdeckt, daß dieser sein eigener Bruder ist, den die Familie einst verstoßen hatte.

»Ataman nähert sich gefühlvoll den Figuren dieser extravaganten Szene. Mit verschiedenen parallelen Handlungen erstellt Ataman ein breit angelegtes Porträt einer Subkultur, das in keinem Moment auf Oberflächlichkeiten oder Klischees zurückgreift.«
DIETER HERCHENBACH, GAYSTATION (2000)

Zu Gast: Gandi Mukli

Vorfilm
FRIZÖR
D 2002, Farbe, 15 Min., 35mm
Buch & Regie Ayhan Salar
Kamera Ayhan Salar Musik Orhan Simsek Darsteller Orhan Simsek, Nadja Tröster, Yasar Cankal, Malte Can, Sven Kaulbars, Edgar Mielke, Naci Özarslan

Obwohl der Türke Ahmet vor ihm aus dem Zug steigt, feiert die Bundesregierung den Portugiesen Armando Rodrigues de Sá als millionsten ›Gastarbeiter‹. Und nur weil Ahmet auf die Frage, ob er ein Gastarbeiter sei, geantwortet hatte: »Ich Frizör«.


Samstag 13.3.2010 18 Uhr (!)
Her mit dem besseren Leben! – Kino und Migration
FRATRICIDE – BRUDERMORD
D/LU/F 2005, Farbe, 95 Min., 35mm
Buch & Regie Yilmaz Arslan
Kamera Jean-Francois Hensgens Musik Evgueni Galperine Darsteller Erdal Celik, Xevat Gectan, Nurretin Celik, Bulent Buyukasik, Xhiljona Ndoja, Taies Farzan, Oral Uyan

Nachdem er seinem Bruder nach Deutschland nachreist, gerät der kurdische Junge Azad in einen Konflikt mit einem türkischen Brüderpaar. Eine Begegnung mit tödlichem Ausgang.

»Der neue Film von Yilmaz Arslan erzählt mit der Wucht einer antiken Tragödie vom gewaltträchtigen Konflikt zwischen Kurden und Türken. Den Zuschauer erwarten eine treffende politische Analyse und die Kunst des Geschichtenerzählens.«
HEIKE KÜHN, epd Film (2006)

20 Uhr
PALERMO ODER WOLFSBURG
Premiere einer neuen, neu untertitelten Fassung!
Regie Werner Schroeter
Buch Werner Schroeter, Giuseppe Fava Kamera Thomas Mauch Musik Alban Berg Darsteller Nicola Zarbo, Otto Sander, Ida Di Benedetto, Magdalena Montezuma, Johannes Wacker, Antonio Orlando, Brigitte Tig, Gisela Hahn, Calogero Arancio, Cavaliere Comparato, Ula Stöckl, Harry Baer

Um seine Familie zu unterstützen, geht der 17-jährige Sizilianer Nicola nach Wolfsburg zu Volkswagen. Seine Freundin Brigitte läßt ihn Demütigungen und Isolation vergessen. Als diese ihn aber verläßt, wird Nicola zum Mörder.

»Die Passion eines sizilianischen Fremdarbeiters in der Kälte des deutschen Nordens. Werner Schröter wendet in PALERMO ODER WOLFSBURG die Formen seiner früheren Filme aufs herkömmliche Erzählkino an. Das pathetisch-groteske Zitat wird so zu wildem Ernst, die höhnische Filmoper avanciert zum großartigen realistischen Melodram.«
HARRY TOMICEK, ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM (2010)

Zu Gast: Kameramann & Produzent Thomas Mauch


Sonntag 14.3.2010 18 Uhr (!)
OTOMO
D 1999, Farbe, 85 Min., 35mm
Regie Frieder Schlaich
Buch Frieder Schlaich, Klaus Pohl Kamera Volker Tittel Musik Don Philippe Darsteller Isaach De Bankolé, Eva Mattes, Hanno Friedrich, Bernaby Metschurat, Lara Kugler

Beim Versuch, sich der Festnahme zu entziehen, ersticht ein westafrikanischer Asylsuchender in Stuttgart zwei Polizeibeamte, bevor er selbst erschossen wird. Dramatisierung nach einem authentischen Fall.

»Der handwerklich präzise und ideal besetzte Film folgt einer Dramaturgie der skandalösen Zufälligkeit, in der Banalitäten zur Katastrophe führen. Filmisch reflektierte Studie über die Eskalation von Gewalt und das Zerbrechen von Träumen.«
FILMDIENST

20 Uhr
ANGST ESSEN SEELE AUF
BRD 1973, Farbe, 93 Min., 35mm
Buch & Regie Rainer Werner Fassbinder Kamera Jürgen Jürges Musik Rainer Werner Fassbinder, Archivmusik Darsteller Brigitte Mira, El Hedi Ben Salem, Barbara Valentin, Irm Hermann, Rainer Werner Fassbinder, Karl Scheydt, Elma Karlowa, Walter Sedlmayr, Doris Mattes, Liselotte Eder, Marquard Bohm, Hark Bohm

Trotz offener Ablehnung heiratet die etwa 60-jährige Witwe Emmi den, den 20 Jahre jüngeren Marokkaner Ali. Als dieser wieder Kontakt zu seiner früheren Geliebten aufnimmt, gerät die Ehe in die Krise…

»Das Erstaunlichste an diesem lakonischen Film ist nicht nur Fassbinders Mut, sich an das heikle Thema zu wagen, sondern auch seine Fähigkeit, diese Liebesgeschichte und ihre Schwierigkeiten ohne falsches Pathos, kühl fast und doch voller Sympathie mit seinen beiden Hauptfiguren so zu erzählen, daß keine Unglaubwürdigkeit aufkommt.«
WOLFRAM SCHÜTTE (1974)

Vorfilm
SPIELEN IN DEUTSCHLAND
BRD 1975, s/w, 13 Min., 35mm
Kamera, Buch & Regie Marran Gosov
Darsteller Marran Gosov u.v.a.

Dreharbeiten zu einem Film: ein türkischer Schauspieler soll als Müllmann einer Frau hinterher pfeifen, aber wider Erwarten macht er große Schwierigkeiten.


Im Herbst II – Die letzten Jahre in der DDR
Vor zwanzig Jahren fanden in der ehemaligen DDR die ersten freien Wahlen statt. Aus diesem Anlaß zeigt der Filmclub 813 den zweiten Teil der Filmreihe Im Herbst.
In einer Auswahl von Dokumentar- und Spielfilmen mit je einem Vorfilm werden die letzten in den Jahren 1988/89 entstandenen DDR-Filme gezeigt; die ein lebendiges, authentisches Wirklichkeitsbild dieser Umbruchjahre einfangen und darstellen. Sichtbar und nachvollziehbar wird die Kluft zwischen gesellschaftlichem Anspruch und Alltagsrealität. Sichtbar wird auch der gesellschaftliche Stillstand und die Sehnsucht nach Veränderungen, auch eine lebendige Szene in einer im Verborgenen blühenden Subkultur.
Alles in allem ein Stimmungsbild, das unser Kulturverständnis und Geschichtsbild erweitern kann.


Donnerstag 18.3.2010 20 Uhr
Im Herbst II – Die letzten Jahre in der DDR
ABSCHIEDSDISCO
DDR, 1989, Farbe, 100 Min., 35mm
Regie Rolf Losansky
Buch Rolf Losansky, nach der gleichnamigen Erzählung von Joachim Nowotny Kamera Helmut Grewald, Hans-Jürgen Reinicke Musik Reinhard Lakomy Darsteller Holger Kubisch, Dana Bauer, Susanna Saewert, Jaecki Schwarz, Horst Schulze, Gert-Hartmut Schreier, Wolfgang Winkler, Susanne Worch, Fritz Marquardt

Der 15jährige Henning wird durch den Tod seiner Schulfreundin Silke zum ersten Mal mit existentiellen Fragen des Lebens konfrontiert. Seine Trauer ist groß, auch die tröstenden Worte von Dixie, einem Mädchen aus seiner Klasse, helfen ihm nicht weiter. So macht er sich auf zu seinem Urgroßvater, der allein im Dorf Wussina im Kohleabraumgebiet lebt und sich weigert, ins Altenheim zu gehen. Bis heute haben hier Leute gewohnt, haben ihre Schafe angepflockt, Kirschen gepflückt… Doch dieser idyllische Ort muß dem Tagebau weichen. Der alte Dorfkauz lehrt Henning, die Wirklichkeit neu zu sehen.

Vorfilm
SHANTY… ODER SCHWIERIGKEITEN MIT DER JUGENDMODE
DDR, 1989, Farbe, 20 Min., 35mm
Regie Jürgen Rohne
Buch Jürgen Rohne Kamera Jürgen Partzsch Musik Archiv

Am Beispiel der Modegestalterin Christiane Stürmer, die im VEB ›Shanty Rostock‹ für die Entwicklung und Gestaltung von Jugendmode verantwortlich ist, wird die Schwierigkeit von Modegestaltung in der Planwirtschaft dargestellt.


Freitag 19.3.2010 20 Uhr
Im Herbst II – Die letzten Jahre in der DDR
FLÜSTERN UND SCHREIEN
DDR, 1988, Farbe, 120 Min., 35mm
Regie Dieter Schumann
Buch Dieter Schumann, Jochen Wisotzki Kamera Michael Lösche Musik_ Feeling B, Chicoree, Silly, Sandow, Popgeneration, André und Firma

Ein unterhaltsames Roadmovie über die Rock- und Punkszene in der DDR. Ein Jahr lang haben Dieter Schumann und sein Team Bands wie »Silly« mit Tamara Danz, »Feeling B« mit Aljoscha Rompe, »Chicoree« und »Sandow« auf ihren Tourneen begleitet. Alle Underground-Gruppen sind im Konzert zu sehen, im Kontakt mit ihrem Publikum.
Harter Rock als Rebellion gegen ein eingeengtes Leben am Vorabend der Friedlichen Revolution. Das Genre Musikfilm war für Schumann die einzige Möglichkeit, die Produktion genehmigt zu bekommen. Die Premiere fand im Oktober 1988 im Berliner Colosseum statt, das Kino war wochenlang ausverkauft. Insgesamt konnte der ›Rockreport‹ fast eine Million Zuschauer und damit Kultstatus erlangen.

Vorfilm
ZUM SEHEN GEBOREN
DDR 1988, Farbe, 28 Min., 35mm
Buch & Regie Joachim Tschirner

Die Sängerin Barbara Thalheim und ihr Vater Werner Thalheim, Jahrgang 1906. Nie angepaßt, immer unbequem.


Samstag 20.3.2010 20 Uhr
Im Herbst II – Die letzten Jahre in der DDR
SEHNSUCHT
DDR 1989, Farbe, 94 Min., 35mm
RegieJürgen Brauer
Buch Jürgen Brauer nach der Novelle von Jurij Koch Kamera Jürgen Brauer Musik Ralf Hoyer Darsteller Ulrike Krumbiegel, Ulrich Mühe, Thomas Büchel, Martin Trettau, Katharina Lind, Benno Mieth, Thomas Bading, Dieter Rutnowski

Entstanden in den dramatischen Umbruchzeiten des Jahres 1989 sind in der Literaturverfilmung nach der Novelle des sorbischen Autors Jurij Koch Realität und Phantasie eng miteinander verwoben. Obwohl der Mauerfall nicht direkt thematisiert, der Umzug nach Paris gar als alltäglich dargestellt wird, spiegelt SEHNSUCHT Stimmungen dieses revolutionären Jahres wider und darf auch als Metapher für soziale Bindung, Tradition und Heimatgefühl verstanden werden.

Vorfilme
Zwischen Staatskunst und Underground – Animationsfilme aus der DDR
Das Programm zeigt Kurzfilm-Perlen und künstlerische Reibungen, die aus der spezifischen Situation jener Zeit resultieren. Einerseits sind im Programm animierte Kurzfilme aus dem staatlichen DEFA-Studio in Dresden versammelt, andererseits Beispiele aus dem filmischen Underground zu sehen. Auffällig ist das hohe handwerkliche Niveau aller Filme, manch subversive Idee wie bei Lutz Stützners Film DIE PANNE und der künstlerische Gestaltungswille jenseits aller Dogmen, wie er in den Filmen einer Sieglinde Hamacher zu finden ist.

EIN GEMACHTER MANN ODER »FALSCHE FUFFZIGER« (Kurt Weiler, 1978), EINMART (Lutz Dammbeck, 1981), SIEBEN RECHTE DES ZUSCHAUERS (Marion Rasche, Peter Mißbach, 1980), KONTRASTE (Sieglinde Hamacher, 1982), SIRENEN (Klaus Georgi, 1983), DIE PANNE (Klaus Georgi, Lutz Stützer, 1988), DAS MONUMENT (Klaus Georgi, Lutz Stützer, 1989), ACTION SITUATION (Helge Leiberg, 1983), »STRUKTUREN UND FILM« AKA »STRUKTUREN I« (Christine Schlegel, 1984), ZEICHENFILM II – FRAGMENTE FRAGILE (Andreas Dress, 1987); insg. 28 Min.


Cinebrasil
Spätestens seit Fernando Meirelles Kinohit CITY OF GOD ist bekannt, daß Brasilien eine innovative Filmszene hat. Dennoch findet der brasilianische Film nur allzu selten den Weg auf deutsche Kinoleinwände. Aus diesem Grund zeigt der Filmclub 813 innerhalb des Filmfestival Cinebrasil 2010, das in 14 europäischen Städten zu sehen ist und nunmehr sein fünfjähriges Jubiläum feiert, Spiel- und Dokumentarfilme, die einen Einblick in die Lebendigkeit des filmischen Schaffens in Lateinamerika geben.


Mittwoch 24.03.2010 20 Uhr
Cinebrasil
O ANO EM QUE MEUS PAIS SAÍRAM DE FÉRIAS
DAS JAHR, ALS MEINE ELTERN IM URLAUB WAREN
BRA 2006, Farbe, OmU, 110 Min., 35mm
Regie Cao Hamburger, Buch Claudio Galperin, Cao Hamburger Kamera Adriano Goldman Musik Betto Villares Darsteller Michel Joelsas, Germano Haiut, Paulo Autran, Simone Spoladore, Eduardo Moreira, Caio Blat, Daniela Piepszyk, Gabriel Eric Bursztein, Felipe Hanna Braun, Haim Fridman, Hugueta Sendacz

Der zwölfjährige Mauro soll in die Obhut seines Großvaters gegeben werden, als seine aus unbekannten Gründen verängstigten Eltern Hals über Kopf beschließen, in den Urlaub zu fahren. Mauro wird von den Eltern an der Tür der Wohnung des Großvaters alleine zurückgelassen. Nach langem Warten taucht plötzlich der alte Nachbar Shlomo auf, und Mauro muß erfahren, daß sein Großvater kurz zuvor gestorben ist.

Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis als ›Bester Film‹: Festival do Rio 2006 (Brasilien), Festival de Lima 2007 (Peru), Mostra International de Cinema de São Paulo (Brasilien).


Donnerstag 25.3.2010 20 UHR
Cinebrasil
O HOMEN DO ANO
DER MANN DES JAHRES
BRA 2003, Farbe, OmeU, 113 Min., 35mm
Regie José Henrique Fonseca, Buch Rubem Fonseca, nach dem Roman O Matador von Patrícia Melo Kamera Breno Silveira Musik Dado Villa-Lobos Darsteller Murilo Benício, Cláudia Abreu, Natália Lage, Jorge Dória, José Wilker, Agildo Ribeiro, Paulo César Pervio, André Gonçalves, Paulinho Moska, Lázaro Ramos

Aufgrund einer verlorenen Wette läßt sich Maiquel die Haare blond färben. Am Abend geht er mit einem Freund aus, um den neuen Look vorzuführen. Dabei kommt es in der Bar zu einem folgenschweren Streit.


Freitag 26.2.2010 20 Uhr
Cinebrasil
DEPOIS DAQUELE BAILE
NACH JENEM TANZ
BRA 2005, Farbe, OmeU, 106 Min., 35mm
Regie Roberto Bomtempo, mit Alexandre Cioletti, Ingrid Guimarães, Lima Duarte u.a.
Buch Suzana Schild Kamera Nonato Estrela Musik Marco de Vita Darsteller Lima Duarte, Irene Ravache, Marcos Caruso, Ingrid Guimarães, Regina Sampaio, Chico Pelúcio

In einem Dorf in Belo Horizonte betreibt Dóris mit ihrer Nichte Bete eine Pension. Zu ihren Stammgästen gehören Freitas und Otávio. Beide sind um die Sechzig und befinden sich im Wettstreit um die Liebe der Witwe. Freitas ist ein pensionierter Lehrer, Frauenheld und frustrierter Schriftsteller, der nur »den Augenblick« genießt; Otávio, ein ehemaliger Exilant, lebt in der Vergangenheit. Freitas schlägt Otávio eine Wette vor: Der Gewinner hat einen Monat Zeit, Dóris Herz zu erobern.


Samstag 27.2.2010 20 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Akira Kurosawa
UZALA, DER KIRGISE
DERSU UZALA
Russland/Japan 1975, Farbe, DF, 142 Min., 35mm
Regie Akira Kurosawa
Buch Akira Kurosawa, Jurij Nagibin nach Reiseberichten von Wladimir Arsenjew Kamera Asakazu Nakai, Jurij Gantman, Fjodor Dobranawow Musik Isaak Swarts Darsteller Maxim Muzuk, Jurij Solomine, Swetlana Danilchenko, Dima Kortichew, Schemeiki Chokomorow

»Akira Kurosawa, der große alte Mann des japanischen Kinos, der weltweit gefeierte Regisseur von RASHOMON, DIE SIEBEN SAMURAI, und DAS SCHLOSS IM SPINNWEBWALD (Macbeth), Idol von so unterschiedlichen Cinéasten wie Sam Peckinpah, Sergio Leone und Werner Herzog – dieser Mann, den sie in den Filmstudios von Tokio den ›Tenno‹ nennen, hat mit DERSU UZALA einen Traum realisiert. Nach fünf Jahren des Schweigens, die mit einem Selbstmordversuch begannen, folgte Kurosawa mit seinem russisch-japanischen Team den Spuren des Captain Vladimir Arseniev, auf der Suche nach unzerstörten Landschaften und menschenwürdigen Lebensbedingungen. […]
UZALA, DER KIRGISE, Kurosawas 26. Film, ist eine konservative Utopie, deren Ernsthaftigkeit, deren Noblesse und deren völliger Mangel an Sentimentalität viel zu tun hat mit einigen der schönsten Western des klassischen Hollywood: mit THE BIG SKY von Howard Hawks, mit ACROSS THE WIDE MISSOURI von William A Wellman und mit WAGONMASTER von John Ford. Aufbruchsfilme, Reisefilme über die Verheißung ferner Horizonte. In Amerika müßte Kurosawas Film heißen: ACROSS THE WIDE USSURI.«
HANS C. BLUMENBERG (1976)


Sonntag 28.3.2010 20 Uhr
In memoriam Eric Rohmer
DAS GRÜNE LEUCHTEN
LE RAYON VERT
F 1986, Farbe, DF, 98 Min., 35mm
Buch & Regie Eric Rohmer
Kamera Sophie Maintigneux Musik Jean-Louis Valero nach einem Motiv von Eric Rohmer Darsteller Marie Rivière, Vincent Gauthier und in Nebenrollen Sylvie Richez, Eric Hamm, Gérard Quéré, Julie Quéré, Brigitte Poulain, Béatrice Romand, Rosette

»Zum erstenmal hat Rohmer seine Akteure improvisieren lassen vor der Kamera, doch das hat sein Kino im Grund nicht verändert, das keine Grenzen kennt zwischen innen und außen, zwischen Einbildung und Realität. Rohmer filmt Attitüden und wie sie geformt werden von Gefühlen und Wünschen.«
FRITZ GÖTTLER (1987)

»Wer den grünen Lichtstrahl sieht und reinen Herzens ist, der kann in diesem Augenblick in den eigenen Gefühlen und in denen der anderen lesen. Delphine sieht das grüne Leuchten am Schluß, und wir sehen ihr dabei zu. Rohmers Kino ist, wie das grüne Leuchten, Wissenschaft, Märchen und Zauberei zugleich: Seine Schönheit offenbart sich nur denen, die sehen, suchen, träumen können.«
CLAUDIUS SEIDL (1987)


Montag 29.3.2010 - 20 Uhr
In memoriam Eric Rohmer
FRÜHLINGSERZÄHLUNG
CONTE DE PRINTEMPS
F 1989, Farbe, DF, 112 Min., 35mm
Buch & Regie Eric Rohmer
Kamera Luc Pragès Darsteller Anne Teyssèdre, Florence Darel, Hugues Quester, Eloise Bennet, Sophie Robin, Marc Lelou, François Lamore

»Mit diesem durch und durch logischen und einem kleinen Rätsel versehenen Märchen hat Rohmer einen seiner schönsten Filme fertiggestellt. Die kleine Geschichte spielt nicht nur im Frühling, sie verströmt Frühling. Die frischen Farben sind eine Wohltat für die Augen, stets werden Blumen und Blüten in verschiedenen Formen, Farben und Variationen ins Bild gerückt, und Menschen, deren Wege sich im Laufe der Handlung kreuzen, begegnen einander weitgehend mit einer Frische und Natürlichkeit, als würde die wiedererwachte Natur Impulse ausstrahlen, die das Verhalten der Menschen zum Positiven beeinflussen.
Dieses durchdachte, ausgeklügelte Kunstwerk wird mit einer solchen Beiläufigkeit, ja Schwerelosigkeit vorgetragen, daß alles Künstliche von ihm abfällt und das Wesentliche und Beispielhafte sichtbar wird, wobei es die ironische Distanz ermöglicht, dem Treiben amüsiert zu folgen.«
FILMDIENST (1990)


Dienstag 30.3.2010 20 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Akira Kurosawa
AKIRA KUROSAWAS TRÄUME
KONNA YUME WO MITA aka AKIRA KUROSAWA`S DREAMS
USA/Japan 1990, Farbe, OmU, 119 Min., 35mm
Buch & Regie Akira Kurosawa
Kamera Takao Saito Musik Shinichiro Ikebe Darsteller Toshihiko Nakano, Akira Terao, Mitsuko Baisho, Mitsunori Izaki, Martin Scorsese, Misato Tate, Mieko Suzuki, Chishu Ryu

»Kurosawas 29. Film ist sein bis dahin persönlichstes und intimstes Werk: eine Folge von acht Träumen, in denen sich seine Kindheitserinnerungen, Ängste und Hoffnungen mit märchenhafter Magie zu einem intensiven, farbenprächtigen Reigen von außergewöhnlicher Poesie verbinden. Eine eindringliche Aufforderung, zu den Wurzeln des Lebens und der Schöpfung zurückzukehren und selbst hinter den Banalitäten das Geheimnis des Daseins zu entdecken. Die einzelnen Episoden: 1. Sonne, die durch den Regen scheint, 2. Der Pfirsichgarten, 3. Schneesturm, 4. Der Tunnel, 5. Krähen, 6. Fujiyama in Rot, 7. Der weinende Menschenfresser, 8. Das Dorf mit den Wassermühlen«
LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS


Mittwoch 31.3.2010 - 20 Uhr
In memoriam Eric Rohmer
HERBSTGESCHICHTE
CONTE D` AUTOMNE
F 1998, Farbe, OmU, 110 Min., 35mm
Buch & Regie Eric Rohmer
Kamera Diane Baratier Darsteller Marie Rivière, Béatrice Romand, Alain Libolt, Didier Sandre, Alexia Portal, Stephane Darmon

»Mit HERBSTGESCHICHTE schließt Rohmer seinen Leinwandzyklus ›Vier Jahreszeiten‹ meisterlich ab. Leichter und schöner kann man einen Film um Menschen, über Menschen, für Menschen nicht machen. 110 Minuten lang nimmt der Zuschauer Anteil am Schicksal von zwei Frauen in reiferen Jahren, der temperamentvollen, aber etwas verzagten Winzerin Magali und der sanften, aber nicht unraffinierten Buchhändlerin Isabelle. Doch halt – da gibt es noch eine stille dritte Hauptperson: Frankreichs schöner Süden, wo so viel große Weine reifen.« WOLFGANG HÜBNER (1998)




DURCHGEKNALLT!?

Exzentriker und Egomanen, Fanatiker und Chaoten, Tabu-Brecher und Borderline-Syndrome, bizarre Momente, Alpträume, Psycho-Trips und Existentialismus pur.

LE CINEMA

GESCHICHTE

CINÉ-TRANCE

Filme von JEAN ROUCH

In Kooperation mit der SK Stiftung Kultur und mit freundlicher Unterstützung der Filmstiftung NRW, des Bureau du cinéma, Berlin des Institut français de Cologne und CHBP, Köln

In der Reihe ciné-trance präsentiert der Filmclub 813 einige Filme des französischen Ethnologen Jean Rouch (geb. 1917 in Paris), die in Deutschland bisher nur selten gezeigt wurden. Während Jean Rouch in Frankreich als Pionier des ethnografischen Films und als Begründer des cinéma vérité verehrt wird, gilt er hierzulande als cineastischer Geheimtipp. Dabei hat er seit 1947 über 120 Filme realisiert, darunter zahlreiche ethnografische Filme über westafrikanische Besessenheitskulte. Seine improvisierten Spielfilme, die er gemeinsam mit afrikanischen Protagonisten entwickelte, übten einen starken Einfluss auf die Nouvelle vague aus. Moi, un Noir (1957) beispielsweise wurde seinerzeit von Jean-Luc Godard als der »größte französische Film seit der Befreiung« gefeiert. Rouchs improvisierten Spielfilme, die sich im Grenzbereich zwischen dokumentarischem und fiktionalem Film bewegen, stehen im Zentrum der Reihe.

Am 30. November wird Jean Rouch selbst anwesend sein, um seinen neusten Film Le rêve plus fort que la mort (2002) vorzustellen.

UDO KIER WERKSCHAU

Exzentriker und Egomanen, Fanatiker und Chaoten, Tabu-Brecher und Borderline-Syndrome, bizarre Momente, Alpträume, Psycho-Trips und Existentialismus pur.

ALLES, ALLES ÜBER DEUTSCHLAND

ALLES ANIMIERT!

Kurzfilmprogramm

In Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln

Vom Lege- und Zeichentrick über animierte lebensgroße Puppen bis hin zu 3D-Computeranimationen und Mischtechniken - das Spektrum der Animationsarbeiten an der KHM ist groß. Der Abend gibt einen Einblick in neue und alte Techniken, zeigt Filme, die auf internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurden und feiert vier Premieren.

DAS LEBEN IST EIN ROMAN - FILME VON ALAIN RESNAIS

Gefördert durch die SK Stiftung Kultur, Köln
und dem Bureau du Cinéma, Berlin
Mit Unterstützung des Institut Francais, Köln

Nach über zehn Jahren die erste Werkschau der Filme von Alain Resnais in Deutschland!

zu Gast beim Filmclub 813 ist Sylvette Baudrot, die für die meisten Filme Resnais' als Skriptfrau (die offizielle Bezeichnung: "Skriptgirl") gearbeitet hat. Zu den Vorstellungen am 25.11. ( "I want to go home") und am 27.11. ("Smoking"/No Smoking") wird sie über ihre Arbeit mit Alain Resnais erzählen.

Alain Resnais schuf mittlerweile berühmte Reflexionen über die Erinnerung ("Hiroshima, mon amour", 1959, "Letztes Jahr in Marienbad"). Dabei war er nie einfach nur Filmemacher. Eher ist er stets ein Arrangeur, der Elemente von Theater, Skulptur und Roman in eine filmische Form gießt. Bei seinen fröhlichen Versuchsanordnungen über die Suche nach Liebe und Glück läßt er Platz für Genres wie Musical, Melodram und Comic-Strip. Sein Universum aus neurotischen, vielschichtigen Menschen ("Das Leben ist ein Chanson", 1997) muß man lieben. Wie überhaupt Alain Resnais' sperrigen Willen zur Schönheit, zum Geheimnis und zur Poesie.

BOOP-OOP-A-DOOP - BETTY, DAFFY, BUGS UND ALL DIE ANDEREN ...

10 JAHRE "KÖLNER GRUPPE" 1993-2003

IM RAHMEN DER LANGEN NACHT DER KÖLNER MUSEEN

Wiederholungen: 20 UHR, 23.00 UHR, 1.30 UHR

"TRICKS & TREATS" - KURZFILMPROGRAMM

IM RAHMEN DER LANGEN NACHT DER KÖLNER MUSEEN

Wiederholungen: 21.45 UHR, 0.30 UHR

EROTISCHE ESKAPADEN

Frivoles, Pikantes, Kokettes und Amüsantes aus der Zeit als es noch keine Hard-Sex-Filme und Pornos gab.

100 JAHRE PETER LORRE: DER EWIGE EMIGRANT

Am 26.6.1904 wurde Peter Lorre in Rózsahegy/ Rosenberg im damaligen Österreich-Ungarn (heute Ruzomberok, Slowakei) geboren. Schon mit seinem dritten, grandiosen Film-Auftritt als getriebener Kinder-Mörder in Fritz Langs ?M? (1931) entschied sich seine Lebensrolle: Immer der Fremde, der ewige Emigrant, der Außenseiter, der Ausgestoßene, der Verlorene. ?Der Verlorene? war auch seine einzige Arbeit als Regisseur, in dem er 1951 einen vor den Nazis geflohenen Heimkehrer spielt, der in Deutschland an der belasteten Nachkriegs-Gesellschaft zerbricht. Populär wurde Lorre in den USA vor allem als gewitzter Detektiv Mr. Moto in acht Filmen und im Traum-Gespann mit dem bombastischen Sidney Greenstreet. Schon Lorres bizarre Kino-Namen sind Programm: Klotz, ?Pig? Chochon, Capt. Chang, Pepi, Dr. Einstein, Adolphus Bedlo, Smiley, Contreras, Nikolai Zaloshoff, Montresor Herringbone, Guillermo Ugarte und natürlich Joel Cairo in ?Der Malteser Falke?. In 86 Kinofilmen und zahlreichen TV-Auftritten spielte er exotische und exzentrische, groteske und gerissene Charaktere, durchtriebene Intriganten, unterwürfige Parasiten, geheimnisvolle Dunkelmänner, gehetzte Gauner von ungewisser Herkunft ? und selbst als Drahtzieher letztlich Marionette. Peter Lorre, der lange Jahre morphiumsüchtig war, starb kurz nach den Dreharbeiten zu seinem letzten Fillm ?The Patsy? (neben Jerry Lewis) am 23.3.1964 in Los Angeles.

DER STUDENT VON PRAG


JENSEITS VON EUROPA VIII ? NEUE FILME AUS AFRIKA

FilmInitiativ Köln e.V. zeigt vom 30.11. ? 8.12.: Jenseits von Europa VIII ? Neue Filme aus Afrika

Programm im Kino in der Brücke:

WERKSCHAU ROBERT BRAMKAMP

ERIK UND THOMAS, ENDLICH 40

PREMIERE

Ein Abend mit Super-8-Fassungen großer Kinoklassiker

WEIHNACHTSFILM

EAT THE RICH

KÖLN-PREMIERE

KILLER-BARBIES UND VAMPIERE - WERKSCHAU JESS FRANCO

AUFBRUCH VOLLER HOFFNUNG - FRAUEN IM IRAN

LET'S FACE TEHE MUSIC AND DANCE - DAS MUSICAL VON 1930 -1990

WERKSCHAU ERIC ROHMER

UNSERE OPFER ZÄHLEN NICHT - Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

ZUM 100. GEBURTSTAG VON HENRY FONDA

RE-EDUCATE GERMANY BY FILM!

THIS IS SKATEBOARDING!

MANFRED KRUG - EIN SCHAUSPIELERPORTRÄT

HOLLYWOOD & DIE NAZIS

FREUD GOES POP

HOMMAGE AN TRUMAN CAPOTE

ZUM 100. GEBURTSTAG VON RICHARD ANGST, KAMERAMANN

HEILIGE & NARREN

DER KLEINE GODARD - ERINNERUNG AN HELLMUTH COSTARD

SURREALISMUS & FILM

DIRTY USCHI - DIE GLAS DER FRÜHEN JAHRE

FILMCLUB INTIM

DAUMENKINO-KINO

EINE VERANSTALTUNG DER KINDERNOTHILFE

- Der Eintritt zu dieser Vorstellung ist kostenlos. -

Der Arbeitskreis Köln der Kindernothilfe e.V. erbittet jedoch im Anschluss an den Film eine Spende für das o.g. Projekt.

GANGSTER, COPS & DETEKTIVE

TOWERS OF TRASH - DER PRODUZENT HARRY ALAN TOWERS

FANTOMAS-SPEZIAL

KING OF THE B'S - ROGER CORMAN

SIGIGÖTZ

CARTE BLANCHE WERKSTATTKINO, MÜNCHEN

WERKSCHAU JACQUES DOILLON

DIRECT CINEMA: RETROSPEKTIVE ALBERT & DAVID MAYSLES

Eine Filmreihe von Jennifer Jones und Anja Dreschke und dem Filmclub 813, in Kooperation mit der ifs - internationalen filmschule köln.
Gefördert durch SK Stiftung Kultur Förderprogramm und die Filmstiftung NRW.

OBSKURE FILME AUS BERLIN

GOALS, GOALS, GOALS

- Fußball im Kino: Dokumentarisches & Kurzspielfilme

MARGARET TAIT - KURZFILMPROGRAMM

»The cinema I care about is at the leval of poetry «

»Margaret Tait (1919-99) lebte und arbeitete auf Orkney und ging beharrlich ihren ganz eigenen Weg. Ihre meist kürzeren 16mm-Filme sind schlicht und klar. Einfache Bilder voller Achtung für das, was sie umgibt - die Menschen, die Landschaft, das alltägliche Leben. PORTRAIT OF GA, den sie 1952 mit ihrer Mutter filmte, ist ein privater Film für Alle. Diese feine Balance zwischen privat und öffentlich, zwischen innen und außen, die allen ihren Filmen wesentlich ist, macht Margaret Tait für mich zu einer der schönsten Filmpoetinnen.
Nachdem sie Anfang der 50er Jahre in Rom Film studierte, ging sie zurück nach Edinburgh und gründete die »Ancona Films«. Sie schrieb Gedichte, gab mehrere Bücher heraus, und begann eigene Filme zu machen. Alle 32 kurzen Filme, die zwischen 1951 und 98 entstanden, hat sie selbst finanziert. 1991 inszenierte sie im Alter von 74 Jahren ihren einzigen langen Spielfilm BLUE BLACK PERMANENT.
Alex Pirie hat sehr schön beschrieben, was Margaret Taits Filme so eigen macht: "Ihre Bilder sind zugänglich (eine Distel ist unweigerlich eine Distel), sie sind alltäglich und auf dieser Ebene eine Darstellung der Dinge wie sie sind. Aber so, wie sie gefilmt sind, in ihren rhythmischen Mustern, ihrer Länge, geben die Bilder eine Vorstellung vom Geheimnis und der Vieldeutigkeit, mit der die so genannt einfachen Dinge erfüllt sind."«
Ute Aurand

Dank an Peter Todd und das LUX für die Zusammenstellung der Programme.

ZUM 40. TODESTAG VON MONTGOMERY CLIF

DIE WELT DES ARTUR BRAUNER - 60 JAHRE FILMPRODUKTION

MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS - ZUM 85. GEBURTSTAG VON MIKLÓS JANCSÓ

60 JAHRE DEFA - UNBEKANNTES & VERGESSENES

Anläßlich des 60. Jahrestages der Gründung der DEFA, der staatlichen Filmproduktionsgesellschaft der DDR, zeigt der Filmclub 813 zwischen dem 3. Oktober, bekannt als Tag der Wiedervereinigung, und dem 7. Oktober, dem Nationalfeiertag der DDR zur Staatsgründung, Unbekanntes und Vergessenes aus den Archiven.

FILME VON JÜRGEN HEITER

EIFEL-FILME

HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT

LaDOC-Lectures

MINUTENTEXTE. THE NIGHT OF THE HUNTER

SCHNITT-PREIS/FILM +

Das Herz des Films liegt zwischen den Einstellungen. Der Filmschnitt gibt den Takt vor, diktiert die Ordnung der Bilder und das Timing der Geschichte. Film+ gibt dem Filmschnitt ein Gesicht und zeigt vom 25. bis 27. November 2006 im Kölner Off Broadway und im Kino in der Brücke zum sechsten Mal seine Gesichter.

HOMMAGE AN DAGMAR HIRTZ

ZUM 100. GEBURTSTAG VON OTTO PREMINGER

KURZFILMFESTIVAL SHORT CUTS COLOGNE

ULRICH SCHAMONI - WERKSCHAU

UMFELD DES FILMCLUB 813 UND DER KÖLNER GRUPPE

DIE ABENTEURER - HOMMAGE AN LINO VENTURA

ALLE ZEIT DER WELT

CYCLE DOCUMENTAIRE

Französische Dokumentarfilme, ausgewählt von Cahiers du cinéma

Die Reihe »Cycle documentaire« läuft in Zusammenarbeit mit dem Bureau du Cinéma und dem Institut Français, Köln

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stadt Köln, Kölnischer Kunstverein und Geissendörfer GmbH

Dank an die Kunsthochschule für Medien, Köln

ZUM 80. GEBURTSTAG VON DOROTHY MALONE

ANDY WARHOLE FACTORY

HOMMAGE ROBERT ROSSEN

WE'RE BRITISH, BUT...

HOMMAGE AN ANNA MAGNANI

WIENER VORSTADTPOSSEN

Die Filme von Elizabeth T. Spira

FEMINALE

CLEMENS KLOPFENSTEIN

MICHELANGELO ANTONIONI: AUGENBLICKE DER WAHRHEIT

ZUM 80. GEBURTSTAG VON HARRY BELAFONTE

STUMMFILM MIT MUSIKBEGLEITUNG

ROMY SCHNEIDER - ZWISCHEN SISSI UND ROSALIE

FILME VON JOE D AMATO

Mit diesem Film beginnt eine kleine Reihe zu Joe d´Amato (bürgerlich Aristide Massaccesi, 1936-1999, von Fans liebevoll »Massa« genannt), dem neben Jess Franco berühmt-berüchtigtsten unter den Auteurs (Buch, Kamera und Regie meist in einer Person) des europäischen Exploitationfilms.

Mit geringsten Budgets und ohne jeden prätentiösen Kunstanspruch gelang ihm in seinen besten Werken die Aura eines subtil-poetischen Kinos des Erotischen und/oder der Grausamkeit.

PRODUCTION VALUES - FILME ÜBER DAS FILMEMACHEN

Film- und Vortragsreihe in Kooperation mit dem Filmclub 813 im Rahmen des bundesweiten Projekts »Work in Progress«.
»Work in Progress« ist ein Projekt der Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. im Rahmen des Programms »Arbeit in Zukunft« der Kulturstiftung des Bundes.

Die Kölner Reihe »Production Values« wird gefördert durch die SK-Stiftung Kultur ? Förderprogramm.

Kuratiert von Carlo Peters & Brigitte Weingart



In der Reihe PRODUCTION VALUES geht es um die Auseinandersetzung mit filmischen Arbeitsprozessen im Film. Die ausgewählten Filme rücken das Filmemachen als ein Tätigkeitsfeld in den Blick, in dem materielle und immaterielle Arbeit miteinander verschränkt sind. So wird gerade in der Filmarbeit eine Verlagerung von fordistisch geprägter »Kulturindustrie« hin zu einem flexibilisierten Arbeitsalltag, bei dem sich die Grenze zu Freizeit und Privatleben verwischt, besonders deutlich sichtbar. Die Gründe dafür liegen nicht zuletzt in der medialen Beschaffenheit des Films: in der arbeitsteiligen Produktion, die jeden Film zu einer Gruppenarbeit werden lässt, in dem ökonomischen Aufwand, der doppelten Zeitlogik von abgegrenzten Projekten einerseits und festen Produktionsstrukturen andererseits. Kann also die Filmbranche als eine Art ?Avantgarde prekärer Arbeitsverhältnisse? gelten? Und gilt dies nicht erst recht für den Einsatz von affektiver Arbeit in der Filmproduktion? Oder für die Ermunterung zur Selbstausbeutung, die sich der Identifikation mit einer Tätigkeit verdankt, die ?mehr als ein Job? ist? Damit stellt sich aber auch die Frage, was im Medium Film von der Filmarbeit überhaupt in den Blick geraten kann, inwiefern sich ein Medium selbst beobachten kann.

NUSCHLN & NÖRGLN - EINE HOMMAGE AN HANS MOSER

?Ich glaube nicht, daß ich die Rollen jemals so komisch spielen kann?
(C. Chaplin über Hans Moser, Wien 1927)

Der Filmclub813 würdigt in einer Hommage zum ersten Mal in Deutschland mit acht ausgewählten Filmen das Werk von Hans Moser.
Die Reihe startet am 27. Mai (Pfingstsonntag) mit dem Stummfilm ?Die Stadt ohne Juden? aus dem Jahre 1924. Andreas Hirsch, Musiker und bildender Künstler aus Köln, wird den Eröffnungsabend mit Gitarre, Diktiergerät und Loopmaschine musikalisch lenken.
Die Reihe beschließt am 24. Juni der Film ?Herrn Josefs letzte Liebe? aus dem Jahre 1958, in dem er noch einmal eine grandiose Charakterrolle sich buchstäblich auf den Leib geschrieben hat: seine Liebe zum besten Freund des Menschen kennt keine Grenzen.

Hans Moser ist im deutschsprachigen Raum bekannt für den grantelnden und misantropischen Wiener. Seit es Komödien gibt, kennt man die Figur des Clowns, des Hanswursten, des Tolpatsch. Er gab ihnen etwas Neues dazu: das Mosern.
Seine untersetzte, krummbeinige Figur, das ungeschminkte warzige Alltagsgesicht und das Zerhacken der Sprache wurden sein Markenzeichen. Zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise war er der Fürsprecher des Souterrainproletariats und der Garant des ?kleinen Lächelns?. Sein Rollenbild des kleinen Mannes, über die Jahre im fünften Wiener Bezirk und am Naschmarkt beobachtet lockte ein Millionenpublikum in die meist ausverkauften Kinosäle. Sein Aufstieg zum begehrten Kabarettist geschah in einer Zeit, in der die meisten seiner jüdischen Kollegen Berufsverbot erhielten. Seiner Popularität als der Volksschauspieler ist es zu verdanken, daß er trotz seiner Ehe mit einer ?Volljüdin? ab 1934 weiterhin als Schauspieler in deutschen Filmen tätig sein durfte. Seine Ehefrau Blanca wurde ?nur? nach Budapest ins Exil geschickt.
Moser war in den geschlossenen und seichten Bilderwelten der NS-Traumfabrik ein Fels der Realität, der zeigte, daß Humor etwas mit Widerstandskraft zu tun hatte und wie es Helmut Karasek treffend beschreibt ?das Gelächter, das er hervorrief, war Ausdruck ungeweinter Tränen über die Demütigung seiner Dienstmänner und kleinen Leute; seine Raunzerei der taugliche Versuch, Menschenwürde in einer dazu untauglichen Zeit festzuhalten.? Moser war der Bruch und der Kitt in einer Person, in dem er die Figur des Herrschers und die Figur des Dieners zueinander führte.

Zur Reihe erscheint eine Broschüre.
Kuratiert von Maximilian Erbacher & Dejan Rakas, Köln

ZUM BEISPIEL BRESSON - HOMMAGE AN ROBERT BRESSON

Zum Beispiel Bresson ? Hommage an Robert Bresson


Anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags von Robert Bresson zeigt der Filmclub 813 zehn Filme des französischen Regisseurs aus dem Zeitraum von 1951 bis 1983.
Innerhalb des französischen Kinos nimmt Bresson eine Sonderstellung ein. Er sprengt die Konventionen des altväterlichen Cinéma de qualité, steht aber auch außerhalb der Nouvelle Vague, wenngleich ihm deren Vertreter regelmäßig den höchsten Respekt bekundeten. Auch international fällt es schwer, Vergleiche zu ziehen.
Formal sind seine Filme sehr streng komponiert. Bresson ist Minimalist, einer von der radikalsten Sorte. Dies äußert sich nicht nur im Verzicht auf professionelle Schauspieler, aufwändige Sets, unnötige Handlungselemente oder überflüssige Kamerabewegungen. Bressons Minimalismus geht noch weiter. Um Urs Jenny zu zitieren: ?Wozu ein Dialogsatz, wenn eine Geste oder ein Blick genügt? Wozu den Kopf eines Menschen zeigen, wenn ein Stück Rumpf mit Arm alles Nötige sagt? Wozu überhaupt ein Bild, wenn ein Geräusch reicht??
Bressons Themen sind dabei immer wieder die gleichen: Schuld und Sühne, Erlösung sowie die Rolle des Heiligen in einer unheiligen Welt. Dabei tritt er jedoch nicht als Verkünder von Wahrheiten auf, sondern als jemand, der die richtigen Fragen aufwirft und dem Zuschauer, auch dank der mit stilistischen Mitteln erzeugten Distanz, ausreichend Raum lässt, diese für sich selbst zu beantworten.


"Die Fragen, die Bresson stellt, werden niemals unwichtig sein."
(Rainer Werner Fassbinder)

KOCH-LECTURE MIT PETER KUBELKA

ZUM 80. GEBURTSTAG VON GINA LOLLOBRIGIDA

ZUM 80. GEBURTSTAG VON KEN RUSSELL

ZUM 100. GEBURTSTAG VON BARBARA STANWYCK

ZUM 90. GEBURTSTAG VON ROBERT MITCHUM

OPEN-AIR-KINO - WAS TUN

Open-Air-Kino auf dem ehemaligen Güterbahnhof Ehrenfeld

»Jack in the Box« und der FILMCLUB 813 thematisieren mit der Open-Air-Filmreihe »Was tun« Aufbrüche und Ausbrüche aus privaten Stillständen und gesellschaftlichen Frustrationen.

»Was tun« gilt auch für den Verein »Jack in the Box e. V.«, der auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Ehrenfeld seit Mai 2007 seine neue Heimat gefunden hat. Arbeitsbereich des Vereins ist die Entwicklung innovativer Modelle der Beschäftigungsförderung, die Stillstand und Frustation entgegenwirken sollen. So werden u.a. Arbeitsgelegenheiten geschaffen, indem ausgediente See-Container umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden (siehe www.jackinthebox-koeln.de).

Das Gelände des ehemaligen Ehrenfelder Güterbahnhofs ? einer der wenigen weißen Flecken auf dem Stadtplan von Köln ? eignet sich hervorragend als Kulisse für das gemeinsam geplante »Rand-Zonen-Kino«.


Achtung anderer Veranstaltungsort
ehemaliger Güterbahnhof Ehrenfeld
Vogelsanger Str. 231
(Kreuzung Leyendeckerstr./ Helmholtzstr.)
50825 Köln

Beginn der Filme ab 21:30 Uhr

FREE CINEMA

»Sie sind ein wenig in Vergessenheit geraten, heute, in unserer Sicht des Kinos: die Helden des britischen Free Cinema der 60er. Wir haben, cineastisch, das Erwachsenwerden gelernt mit ihnen, aber wir haben sie nie so ins Herz geschlossen wie die Spinner von Paris, die Schlawiner der Nouvelle Vague, von Michel Poiccard bis Antoine Doinel.
DIE EINSAMKEIT DES LANGSTRECKENLÄUFERS (von Tony Richardson) 1962, SAMSTAGNACHT BIS SONNTAGMORGEN (von Karel Reisz) 1960, GELIEBTER SPINNER alias BILLY LIAR (von John Schlesinger): die Titel sind Programm geworden für ein Kino zwischen Isolation und Imagination, eine Welt der Alltagstristesse, in der für kurze Augenblicke nur Aufruhr, Rebellion, Flucht in die Imagination möglich scheint. Wo die Verzweiflung wie Firnis alles überzieht. [?]
Ein Kino der Gegensätze und unüberwindlichen Distanzen, was die Beziehung angeht von Kamera und Filmemacher und Zuschauer. Die Welt draußen ist Ruine und Rudiment, und sie wird auch durch die Kraft der Phantasie nicht wieder ganz. Was kein Grund ist, es nicht immer wieder aufs Neue zu versuchen, so sprengt selbst das melancholische SAMSTAGNACHT BIS SONNTAGMORGEN den engen Rahmen von Zeit und Raum, ein paar Stunden im Leben eines Arbeiters (Kino, Kneipe, Koitus) und läßt uns fremdgehen in die Tiefe menschlicher Blicke und Exkursionen zu menschlichen Körpern und Gesichtern. [?]
Die Nouvelle Vague, das war Kino der großen Stadt, die Briten filmen die Banlieue, machen Vorstadtfilme. Denn London und die anderen englischen Städte haben kein Zentrum, kein Innenleben, man findet sich da immer an der Peripherie.«
Fritz Göttler

JEAN-CLAUDE BRIALY

CARTE BLANCHE FÜR HANS W. GEIßENDÖRFER

GERHARD HENSCHEL: PROSA, LYRIK, KRITIK

NEUES DEUTSCHLAND

ausgewählte Dokumentarfilme zum deutschen Thema zwischen dem »Tag der Deutschen Einheit« und dem ehemaligen »Nationalfeiertag der DDR«

JEAN RENOIR

Die Reihe »Jean Renoir« läuft mit freundlicher Unterstützung vom Bureau du Cinéma und dem Institut français de Cologne

60 JAHRE FILMCLUBS IN KÖLN: DIE BRÜCKE

Ein enormer Nachholbedarf bestimmte das Programm der Filmclubs, die schon kurz nach dem Krieg überall in Deutschland gegründet wurden. Vergessene, aber bedeutende Klassiker, während der jüngsten Vergangenheit verbotene Werke und viele neue Filme der Nachkriegszeit fanden hier ihre (oft ersten) Vorführungen. Ab Herbst 1947 zeigte der Filmclub Köln e.V. zunächst in Kinos wie der Schauburg, später regelmäßig in der Brücke ein Programm mit wöchentlich drei bis sechs Vorführungen und anschließenden Diskussionen. 1949 wurde in Hamburg der Verband der deutschen Filmclubs gegründet, aus dem dann bald darauf auch die Jugendfilmclubs und die studentischen Filmclubs (in Köln 1952) hervorgingen. Anfang der 50er Jahre hatte der Filmclub Köln schon mehr als 1200 Mitglieder. Zu Gast waren Regisseure wie etwa Claude Autant-Lara, René Clair, André Delvaux oder Hans Richter.

Die Reihe »60 Jahre Filmclubs in Köln: Die Brücke« läuft mit freundlicher Unterstützung des Referats für Filmgeschichte, Köln (Leo Schönecker)

SAMUEL FULLER

DIETER EPPLER ZUM 80. GEBURTSTAG

HOMMAGE AN ANGELIKA WALLER

Die Reihe »Hommage an Angelika Waller« wurde gefördert von der DEFA-Stiftung (Fotos: Filmmuseum Potsdam).

ZUM 150. GEBURTSTAG VON JOSEPH CONRAD

SUPER 8 MEETS DV-TRASCH - MARCEL ZEIGT KURZFILME

KURZFILMPROGRAMM mit Filmen von Marcel Belledin, Markus Mischkowski, Rainer Knepperges, Christian Mrasek u.a.

Im Zeitalter von »YouTube« wird ein Blick auf Klassiker geworfen, die auf der Rauhfasertapete der eigenen vier Wände ihre Verbreitung gefunden haben…

ZUM 60. GEBURTSTAG VON JOHN CARPENTER

ZUM 80. GEBURTSTAG VON JEANNE MOREAU

Jeanne Moreau, voller Lachen und Zärtlichkeit

Die Frau steckt voller Leidenschaft, die Schauspielerin weckt Leidenschaften.
Jedesmal, wenn ich sie mir aus der Entfernung vor Augen führe, sehe ich sie nicht Zeitung lesen, sondern mit einem Buch in der Hand, denn Jeanne Moreau läßt nicht an einen Flirt denken, sondern an Liebe.
Im Gegensatz zu so vielen Schauspielern und Schauspielerinnen, die nur über den Umweg von Konflikten und Spannungen spielen können und dabei manchmal Konzentration mit Selbstanalyse verwechseln, liefert Jeanne Moreau ihre besten Leistungen in einer Arbeitsatmosphäre voller Lachen und Zärtlichkeit, die sie selbst aufzubauen und aufrechtzuerhalten hilft, selbst wenn es darum geht, starke Emotionen zu projizieren.
Großzügigkeit, Leidenschaft, Komplizenschaft, Begreifen der menschlichen Zerbrechlichkeit, all das kann man auf der Leinwand lesen, wenn Jeanne Moreau spielt.
In den zwanzig Jahren meiner Arbeit fürs Kino bleiben die Dreharbeiten zu JULES ET JIM dank Jeanne Moreau für mich eine strahlende Erinnerung, die strahlendste überhaupt.

François Truffaut (1981)

HOWARD HAWKS

ZUR AUSSTELLUNG "KONZEPT DER LIEBE" IM KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN

VOYEUR, VOYEUR!

THE FAR COUNTRY - AMERIKANISCHE WESTERN 1946-1962

»Der Western ist das einzige Genre, dessen Anfänge mit denen des Kinos überhaupt fast identisch sind.«
André Bazin

Die Reihe »The Far Country - Amerikanische Western 1946-1962« wird von SK-Stiftung Kultur gefördert.

OFFSCREEN / ONSCREEN

Die in der Forschung angelegte Perspektive auf die künstlerisch verarbeiteten konkurrierenden Bild- und Raumsysteme soll in der Vortrags- und Filmreihe sowie dem abschließenden Symposium am 6. Juni 2008, jenseits des wissenschaftsinternen Diskurses einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ab 21. Februar 2008 sollen insgesamt sechs öffentliche Vorträge in einem dreiwöchigen Rhythmus präsentiert werden. Sie werden donnerstags um 19.00 Uhr beginnen und nach anschließender Diskussion wird ab 20.30 die Fokussierung des Vortrags durch ein Filmbeispiel nach Wahl der Referentinnen und Referenten veranschaulicht. Die Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein bietet sich nicht nur aus räumlich-technischen Gründen an (der Kinosaal und der Filmclub 813 befinden sich im Gebäude des Kunstvereins), sondern auch aufgrund der Thematisierung relevanter Fragestellungen zu Film- und Videoarbeiten in der Gegenwartskunst im Ausstellungskontext und dem Programm des Filmclubs Für den Zeitraum der Vortragsreihe wird Carlo Peters (Filmclub 813) eine Filmreihe kuratorisch konzipieren, die zu dem Themenfeld der Vortragsreihe und des Symposiums einen weiteren Bogen spannen und weiteres Material für die Sichtung zugänglich machen wird.

JEAN-PAUL BELMONDO ZUM 75. GEBURTSTAG

JACQUES DEMY

Die Reihe »Jacques Demy« läuft mit freundlicher Unterstützung vom Bureau du Cinéma und dem Institut Français, Köln.

SUPEREROI DIMENTICATI - DIE RÜCKKEHR DER GUTEN LAUNE


Am 12.1.1966 begann in den USA eine neue Zeitrechnung. Da flimmerte zum ersten Mal die Fernsehserie BATMAN in die Wohnzimmer und Herzen von Millionen US-Kindern.

Ein neues Genre war geboren, daß der modernen Comicverfilmungen.
Der im August des selben Jahres gestartete Kinofilm war so erfolgreich, daß sich die Plagiats-geübten Italiener aufmachten, eine ganze Horde mehr oder weniger edler Recken ins Zelluloid-Getümmel zu schicken: Männer in schlecht sitzenden roten Strampelanzügen oder - aus Budgetgründen - mit einer unsichtbar machenden Tarnfarbe überstrichene Streiter.
Diese Helden sind heute vergessen, dem Alkohol verfallen, leben von der Fürsorge oder Vagabundieren auf den Domplatten unserer Großstädte und erzählen von ihren glorreichen Taten in den hiesigen Kinos.

Der Filmclub 813 hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, diesen "Supereroi dimenticati", ob sie nun "Rotes Phantom", "3 tolle Kerle"; "Diabolik", "Argoman", "Goldface" oder gar "Batwoman" heißen, ein würdiges Andenken zu schaffen, auf das sie wieder aufrecht neben "Spider Man", "Iron Man" oder den "Fantastic Four" huldvoll die Liebe der Trash-Fans auf der großen Leinwand erheischen.


Wir danken dem GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA für seine Unterstützung.



Unter dem Motto "Was sie bei uns verpassen, ist für Sie unwiederbringlich verloren" bringt DER GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA an jedem dritten Samstag im Monat zwei ausgewählte Exploitationfilm-Klassiker zurück auf die große Kinoleinwand. Die Homepage bietet kompetente Besprechungen zu den Zelluloid-Raritäten, qualitativ hochwertige deutsche und internationale Original-Aushangfotos und Kino-Werbematerialien, top-aktuelle News aus der Welt des Genre-Kinos und vieles mehr. Ansehen und nie wieder vergessen!

'68 - WHAT'S LEFT?

EXPOSED DEBÜTFILMFESTIVAL


Eintritt:
Normal: 5,00 Euro
"Freunde des Filmclub 813": 3,50 Euro
"Freundes-Karte": einmalig 8,13 Euro pro Zeitjahr
Ermäßigt (z.B. Studenten etc.): 2,50 Euro


Seit dem 1. Juli 2001 ist der Filmclub 813 Betreiber des Kinos
im Gebäude "DIE BRÜCKE".
Der Filmclub 813 dankt dem Kölnischen Kunstverein für seine Unterstützung.