ProgrammDemnächstArchivDer FilmclubKontaktLinks


Tragen Sie sich hier ein, um unser aktuelles Monatsprogramm per Email zu erhalten.

Vorbestellungen sind leider nicht möglich.

Monatsprogramm Januar




Foto (Progress Film):
aus dem Film FEIERABEND zur Filmreihe
Zwischen Propaganda & Dokument:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
24.1.-29.1.2012


ausführliche Programminformationen im unteren Teil


Mittwoch 4.1.2012
20 Uhr
Coming home
BEAUTIFUL GIRLS
USA 1996 - DF - 112 Min. - 35mm
Regie: Ted Demme


Donnerstag 5.1.2012
20 Uhr
Al Pacino
SEA OF LOVE – MELODIE DES TODES
(SEA OF LOVE)
USA 1989 DF - 113 Min. - 35mm
Regie: Harold Becker


Freitag 6.1.2012
20 Uhr
Hal Hartley
TRUST - BLINDES VERTRAUEN
(TRUST)
USA 1990 - DF - 107 - Min. - 35mm
Regie: Hal Hartley


Samstag 7.1.2012
Zur Ausstellung im Käthe-Kollwitz-Museum:
»Alfred Kubin - Nebenwelten«
- verlängert bis zum 8.1.2012
17:30 Uhr (!)*
TRAUMSTADT
Regie: Johannes Schaaf
BRD 1973 - 124 Min. - 35mm

20 Uhr
Al Pacino
CRUISING
USA 1980 - DF - Min. - 35mm
Regie: William Friedkin


Sonntag 8.1.2012
Zur Ausstellung im Käthe-Kollwitz-Museum:
»Alfred Kubin - Nebenwelten«
- verlängert bis zum 8.1.2012
17:30 Uhr (!) - Wiederholung
TRAUMSTADT
Regie: Johannes Schaaf
BRD 1973 - 124 Min. - 35mm


Sonntag 8.1.2012
20 Uhr
Hal Hartley
SIMPLE MEN
USA 1992 - DF - 105 Min. - 35mm
Regie: Hal Hartley


Montag 9.1.2012
Boulevard der Erinnerung: Ken Russell
20 Uhr
DER BISS DER SCHLANGENFRAU
(THE LAIR OF THE WORM)
GB 1988 - DF - 93 Min. - 35mm
Regie: Ken Russell


Mittwoch 11.1.2012
813-Carte Blanche: Mathias Bergmann
20 Uhr
BUFFALO '66
USA 1998 - DF - 110 Min- 35mm
Regie: Vincent Gallo


Donnerstag 12.1.2012
21. Geburtstag des Filmclub 813
20:13 Uhr
Musikfilme, u.a.
LENINGRAD COWBOYS GO AMERICA
SF/S 1989 - 78 - DF - 35mm
Regie: Aki Kaurismäki


Freitag 13.1.2012
Die deutsche Wiedervereinigung aus der Sicht von MigrantInnen
20 Uhr
DUVARLAR / MAUERN / WALLS
TR/USA 2000 - Türk.mDt.U - 84 Min.
Regie: Can Candan
anschließend Sprechtheater und
DJ Imran Ayata (Berlin) im Foyer


Dienstag 24.1.2012
20 Uhr
Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
Kurzdokumentation über Karl Gass +
SCHAUT AUF DIESE STADT
DDR 1962 - 86 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass


Mittwoch 25.1.2012
Programmänderung!
20 Uhr
Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
EINE DEUTSCHE KARRIERE - RÜCKBLICKE AUF UNSER JAGHRHUNDERT
DDR 1987 - s/w - 111 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass


Donnerstag 26.1.2012
Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
20 Uhr
KLAUS G. UND SEINE 100 MÄDEL
DDR 1981 - 20 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass
ASSE
DDR 1966 - 75 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass


Samstag 28.1.2012
Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
18 Uhr
NATIONALITÄT: DEUTSCH
DDR 1990 - 93 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass
Zu Gast: Christel Gass

20 Uhr
TURBINE 1
DDR 1953 - 23 Min.- 35mm
Buch: Karl Gass, Regie: Joop Huiskens
VOM ALEX ZUM EISMEER
DDR 1954 - 22 Min.- 35mm
FEIERABEND
DDR 1964 - 27 Min. - 35mm
ICKE - ICKE
DDR 1972 – 9 Min. - 35mm
Zu Gast: Christel Gass


Sonntag 29.1.2012
3.Todestag von Karl Gass
Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR
18 Uhr
ICH SCHREIBE
DDR 1971 - 9 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass
DAS JAHR 1945
DDR 1984 - 90 Min. - 35mm
Buch & Regie: Karl Gass

20 Uhr
3 TAGE IM AUGUST
DDR 1982 - s/w - 22 Min. - 35mm
+ Dokumentation über Karl Gass


Die Filmreihe Zwischen Dokument und Propaganda:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR wird durch
die DEFA-Stiftung (Berlin) gefördert.



allgemeiner Hinweis

Spielpause vom 30.1.- 13.4.2012
wegen Nachbesserung der Heizungs- und Lüftungssanierung
im Gebäude DIE BRÜCKE durch die Stadt Köln



ausführliche Programminformationen


Mittwoch 4. Januar
20 Uhr
Coming Home
BEAUTIFUL GIRLS
USA 1996 - Farbe - dF - 113 Min. - 35mm
Regie Ted Demme
Buch Scott Rosenberg Kamera Adam Kimmel Musik David A. Steward Darsteller Timothy Hutton, Matt Dillon, Natalie Portman, Mira Sorvino, Uma Thurman, Michael Rapaport, Rosie O'Donnell, Lauren Holly, David Arquette, Annabeth Gish, Martha Plimpton, Max Perlich
»Der Film hat mehr mit Eric Rohmer als mit Hollywoods Erfolgskomödien zu tun. Es wird mehr geredet als gehandelt. Mit einem Satz: diese Produktion steht dem Leben näher als die meisten amerikanischen Filme.

Willie (Timothy Hutton) hat es als einziger aus seiner Clique gewagt, Knight’s Ridge den Rücken zu kehren, aber sein Leben als Bar-Pianist macht ihn ebenso wenig glücklich wie seine Beziehung zur Rechtsanwältin Tracy. Seine Rückkehr ist für ihn das Eingeständnis seiner Verzweiflung, doch alle anderen nehmen ihn auf, als sei er bloß eine Nacht weg gewesen. Willie ist das Zentrum einer Geschichte, die um ein Dutzend Jungs und Mädchen kreist. Von den Jungs ist noch keiner aus dem Alter raus, in dem man den starken Mann spielt. Die Mädchen sind hingegen schon zu Frauen herangereift und können über das wahrhaft schwache Geschlecht nur mit dem Kopf schütteln. […]
Dieses Dutzend wird von erstklassigen Nachwuchsdarstellern gespielt. […] Wenn jedoch Natalie Portman, dieses frühreife Wesen, das bereits LÉON den Kopf verdreht hatte, keck und offen mit Willie flirtet, bekommt der verspielte Film Anflüge von berührender Ernsthaftigkeit.«
Milan Pavlovic (1996)


Donnerstag 5. Januar
20 Uhr
Al Pacino
SEA OF LOVE – MELODIE DES TODES
SEA OF LOVE
USA 1989 - Farbe - dF - 113 Min. - 35mm
Regie Harold Becker
Buch Richard Price Kamera Ronnie Taylor Musik Trevor Jones Darsteller Al Pacino, Ellen Barkin, John Goodman, Michael Rooker, William Hickey, Richard Jenkins
»Nach 20 Dienstjahren und einer gescheiterten Ehe steckt ein New Yorker Polizist in einer tiefen Krise, die er mit Zynismus und Alkohol zu bewältigen versucht. Während der Ermittlungen in einer rätselhaften Ritualmord-Serie verliebt er sich in die attraktive Hauptverdächtige und gerät zunehmend in Konflikt mit seinen beruflichen Aufgaben.«
Lexikon des Internationalen Films

»Weniger ein Thriller als vielmehr die Geschichte einer amour fou, garniert mit ein paar Leichen. Die wenigen Schreckmomente sind dramaturgisch so geschickt über den ganzen Film verteilt, daß sie ausreichen, die Spannung zu halten. Der Rest findet vor allem in den Köpfen der Zuschauer statt. […] SEA OF LOVE ist handwerklich perfekt gemachtes Unterhaltungskino; mit straffer Handlung und vielen Hinweisen, die den Zuschauer ebenso wie den Polizisten in die Irre führen, ohne die Schlußpointe auch nur im mindesten vorwegzunehmen.«
Rainer Nolden (1990)


Freitag 6. Januar
20 Uhr
Hal Hartley
TRUST – BLINDES VERTRAUEN
TRUST
USA 1991 - Farbe - dF - 93 Min. - 35mm
Buch & Regie Hal Hartley
Kamera Michael Spiller Musik Philip Reed, The Great Outdoors Darsteller Adrienne Shelly, Martin Donovan, Merrit Nelson, Edie Falco, John MacKay, Gary Sauer
»Hal Hartleys zweiter Spielfilm – entschieden besser als der erste, THE UNBELIEVABLE TRUTH / VERDACHT AUF LIEBE (1989) – kehrt zurück in die Pendlerstadt auf Long Island und erzählt einen Tag aus dem Leben seiner Hauptdarstellerin (Adrienne Shelly), als sie noch ein einsamer Teenager war. […] Es ist dem Film hoch anzurechnen, daß ein Übermaß von Zwischenfällen weder unsere Geduld strapaziert noch für oberflächliche Komik herhalten muß. Die eigentliche Story beginnt erst, als sich die Heldin und das Informatik-Genie aufeinander einlassen und sie sich beide dadurch allmählich verändern. Die verdrehte Komödie bleibt den Charakteren und ihrem Milieu treu und gewinnt mit dem Fortschreiten der Zeit – wie Hartleys Gesamtwerk auch.«
Jonathan Rosenbaum (2007)

»Wie die meisten wahrhaft unverwechselbaren Stile ist auch Hartley ein Amalgam übernommener Ideen. Eine beliebige Szene in TRUST weckt gleichzeitig Erinnerungen an, sagen wir mal, Godard, Robert Frank, alberne Fernsehserien und den ultrabilligen Horrorklassiker CARNIVAL OF SOULS. Und trotzdem wirkt sie wie etwas, das man zuvor noch nie gesehen hat, einfach weil es recht unwahrscheinlich ist, daß jemand anderes diese Anregungen in exakt dieser Form kombinieren würde. Hartley vermischt seine disparaten Einflüsse auf unmißverständlich persönliche Weise, die sowohl selbstbewußt als auch bizarr-unschuldig ist, voller Anspielungen und Verweise, aber nie akademisch und formelhaft.«
The New Yorker (1990)


Samstag 7. Januar
17:30 Uhr (!)
Zur Ausstellung »Alfred Kubin – Nebenwelten«
TRAUMSTADT
BRD/A 1973 - Farbe - 124 Min. - 35mm
Regie Johannes Schaaf
Buch Johannes Schaaf, Rosemarie Fendel, Russell Parker, nach dem Roman Die andere Seite von Alfred Kubin Kamera Gérard Vandenberg, Klaus König Musik Eberhard Schoener Darsteller Per Oscarsson, Rosemarie Fendel, Eva Maria Meineke, Olimpia, Alexander May, Helen Vita, Heinrich Schweiger, Herbert Bötticher, Ronnie Lee Williams, Louis Waldon
»Ein Münchner Künstlerehepaar erlebt in einer utopischen, von der modernen Zivilisation verschonten Stadt seinen ersehnten Traum von der totalen Freiheit. Jeder darf nach seinen Wünschen und Fähigkeiten leben, was jedoch zum totalen Sittenverfall und schließlich zum Zusammenbruch führt und in eine mörderische Serie von Libertinage, Perversionen und Gewalt mündet. Ein breit angelegtes Filmgemälde mit orgiastischen Fantasmen und mondänen Kunstreizen, das der Vorlage Kubins teils getreu folgt, sie teils umdeutet und mit surrealen Bildeinfällen und glänzend inszenierten Happenings umsetzt.«
Lexikon des Internationalen Films
In Zusammenarbeit mit dem Käthe-Kollwitz-Museum, Köln

20 Uhr
Al Pacino
CRUISING
USA 1980 - Farbe - dF - 106 Min. - 35mm
Regie William Friedkin
Buch William Friedkin, nach einem Roman von Gerald Walker Kamera James Contner Musik Jack Nitzsche Darsteller Al Pacino, Paul Sorvino, Karen Allen, Richard Cox, Don Scardino
»Aus Friedkins sehr wechselhaften Werk der achtziger und neunziger Jahre ragen die drei großen Thriller CRUISING (1980), LEBEN UND STERBEN IN L.A. (1985) und JADE (1995) heraus. Alle drei Filme benutzen Versatzstücke des Polizeifilms, um komplexe Allegorien auf die von Korruption und Perversion durchzogene amerikanische Gesellschaft zu entwerfen. In CRUISING porträtiert Al Pacino virtuos einen von sexuellen Identitätszweifeln geplagten Undercover-Cop, der in die schwule Lederszene New Yorks eintaucht, um einen Serienmörder zu ködern. In düsteren Farben zeigt der Regisseur den Mordtrieb als Selbstzerstörungsmechanismus einer dekadenten Gesellschaft.«
Marcus Stiglegger (2002)


Sonntag 8. Januar
17:30 Uhr (!)
Zur Ausstellung »Alfred Kubin – Nebenwelten«
TRAUMSTADT
Text siehe Samstag, 7.1.2012 - 17:30 Uhr

20 Uhr
Hal Hartley
SIMPLE MEN
USA 1992 - Farbe - dF - 105 Min. - 35 mm
Buch & Regie Hal Hartley
Kamera Michael Spiller Musik Ned Rille Darsteller Robert Burke, William Sage, Karen Silla, Elina Löwensohn, Martin Donovan
»Keiner hat im jungen (nicht nur amerikanischen) Kino heute einen so genauen Blick für das scheinbar Nebensächliche und eine so intensive Zärtlichkeit zu den Menschen, die damit leben müssen, wie Hal Hartley. In jedem Moment, in jeder kleinen Geste finden und erfinden diese Menschen sich aufs neue, ganz für den Augenblick, ohne Rücksicht auf Vergangenheit und Zukunft. Was allem, was sie tun, so unverständlich es auch sein mag, eine Grazie und Gnade verleiht, die zu Herzen geht. Hartleys verrückte Filme funktionieren wie die gute, einfache Rockmusik der Sechziger.«
Fritz Göttler (1993)

»Stundenlang möchte man weiterschauen/hören/staunen. Das rührt nicht zuletzt daher, daß der Film ständig neue Wendungen nimmt, daß er voller gegenläufiger Überlappungen ist und voller Widersprüche. Mal ist er inspirierend, mal provokativ geschwätzig, mal ist er amüsant, mal frappierend unverschämt. Irgendwie fühlt man sich wie sonst nur selten im Kino, als säße man in einem weißen Café und lauschte all den aufregenden Geschichten, die andere von ihren Erkundungen, Erfahrungen, Verirrungen an den Nebentischen erzählen.«
Norbert Grob (1993)


Montag 9. Januar
20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Ken Russell (gest. 27.11.2011)
DER BISS DER SCHLANGENFRAU
THE LAIR OF THE WHITE WORM
GB 1988 - Farbe - dF - 93 Min. - 35mm
Regie Ken Russell
Buch Ken Russell, nach dem Roman von Bram Stoker Kamera Dick Bush Musik Stanislas Syrewicz Darsteller Amanda Donohoe, Hugh Grant, Catherine Oxenberg, Sammi Davis, Stratford Johns, Christopher Gable
»Sein Inszenierungsstil, ganz kühl gesagt, ist oft überhitzt. Die aufs Extra-Ordinäre ausgehenden ästhetischen Exzesse seiner posthumen Komponisten-Rufmorde (LISZTOMANIA, MAHLER) und seine Manie, 'große Bücher in Underground-Comics’ (Richard Corliss) zu verwandeln, haben dem britischen Regisseur Ken Russell den Ruf eines Exzentrikers eingetragen. Fast registriert man es mit Erleichterung, daß er […] hier auf das Zerfleddern literarischer Respektabilität verzichtet und wortwörtlich nur auf die Gurgel zielt. Er hat sich The Lair of the White Worm, den letzten und schrägsten Roman des Dracula-Autors Bram Stoker, vorgenommen und in die englische Gegenwart verlegt.
Wie sein HÖLLENRIP ist auch DER BISS DER SCHLANGENFRAU mitunter wüst halluzinatorisch: von römischer Soldateska vergewaltigte Nonnen vor dem Gekreuzigten, um den sich eine Riesenschlange schlingt; oder eine Sex & Tod-Phantasie im Flugzeug mit kämpfenden, Strapse zeigenden Stewardessen. Die wahrlich variationsreich verwendeten Phallus-Symbole dürften selbst einem Team von Therapeuten mittlere Migräne bereiten. […]
Meint Russell das ernst oder parodiert er das Genre? […] Hier kombiniert er raffiniert den ironischen Ton früher Universal-Horrorfilme mit Anspielungen an 30er-Jahre-Pornos und den Strategien von Hammers House of Horrors, der Produktionsfirma, in der Terence Fisher und Freddie Francis Meister waren, um das 'eigentliche’ Thema an- und auszuspielen: die Furcht vor dem weißen Wurm des Sexus. Lustvoll und respektlos.«
Helmut W. Banz (1989)


Mittwoch 11. Januar
20 Uhr
Coming Home
813-Carte blanche: Mathias Bergmann
BUFFALO '66
USA 1998 - Farbe - dF - 110 Min. - 35mm
Regie Vincent Gallo
Buch Vincent Gallo, Alison Bagnall Kamera Lance Acord Darsteller Vincent Gallo, Christina Ricci, Anjelica Huston, Ben Gazzara, Kevin Corrigan, Mickey Rourke, Rosanna Arquette
»Das Spotlight geht an und die Bowlingbahn wird zur Bühne für Laylas (Christina Ricci) zaghafte Stepptanzeinlage zu 'Moon Child' von King Crimson. In sorgfältig ausgewählten Momenten durchbricht Vincent Gallo den Erzählfluß seines Films, distanziert sich von der Geschichte und vergegenwärtigt dem Zuschauer, daß er immer noch einen Film sieht. BUFFALO '66 verliert dabei nie die Nähe zu seinen Figuren. Angesiedelt zwischen lakonischer Komödie und einer Außenseiter-Liebesgeschichte zeigt der Film, was es heißt, Nähe zwischen zwei Menschen zuzulassen. Das ist sicher nicht neu, aber wunderbar erzählt.«
Mathias Bergmann

In unserer losen Reihe »Carte blanche«, die in den kommenden Monaten fortgesetzt werden soll, haben Mitglieder des Filmclubs 813 Gelegenheit, ganz persönliche Lieblingsfilme oder auch Filme, die sie auf irgendeine Weise besonders geprägt oder berührt haben, vorzustellen.


Donnerstag 12. Januar
20:13 Uhr
21. Geburtstag des Filmclub 813
LENINGRAD COWBOYS GO AMERICA
Finnland/S 1989 - Farbe - OmU - 78 Min. - 35mm
Regie Aki Kaurismäki
Buch Aki Kaurismäki, Sakke Järvenpää, Mato Valtonen Kamera Timo Salminen Musik Mauri Sumén Darsteller Matti Pellonpää, Kari Väänänen, Sakke Järvenpää, Heikki Keskinen, Pimme Korhonen, Sakari Kuosmanen, Puka Oinonen, Silu Seppälä, Mauri Sumén, Mato Valtonen, Pekka Virtanen, Jim Jarmusch
»Irgendwo im Niemandsland der Tundra haust die schlechteste Rock’n’Roll-Band der Welt. Gestylt mit überdimensionierten Haartollen und den schnäbligsten Schnabelschuhen aller Zeiten fehlt ihnen nur eins: das Publikum. Der Bassist hat zu lange im Schnee geprobt und ist eingefroren. Doch auch er wird nicht vergessen, als die Band den Satz ihres verzweifelten Managers 'Geht doch nach Amerika, die kaufen jeden Mist’ zu wörtlich nimmt und aufbricht. In einem Sarg mit vier Löchern, eins für die Bassgitarre, zwei für die spitzen Schuhe und eins für die Haartolle, kommt er mit. Ihre Tournee führt von New York über Memphis, New Orleans nach Mexiko.«
Beate Rusch (1997)

»Der Film ist völlig übergeschnappt, idiotisch, kindisch-primitiv; verzerrt in grober Weise das Finnland-Bild im Ausland; mit anderen Worten, er ist eigentlich recht amüsant, in seiner Weise ein lyrisches Werk, das, sauber und professionell verwirklicht, das Weltbild des Zuschauers erweitert. Mit Shakespeare stellt man verblüfft fest: 'Des Dichters Aug’ im schönen Wahnsinn rollt’.«
Mikko Piela
Daneben gibt es noch diverse Trailer, Kurzfilme und andere Überraschungen zu erleben.
Happy Birthday!


Freitag 13. Januar
20 Uhr
Die deutsche Wiedervereinigung aus der Sicht von MigrantInnen
DUVARLAR / MAUERN / WALLS
USA/Türkei 2000 - Farbe - Türk.mU - 83 Min. - digital
Regie Can Candan
Der zwischen 1989 und 1991 in Berlin gedrehte Film DUVARLAR/MAUERN/WALLS von Can Candan versetzt uns zurück in die frühen 90er Jahre. Auf Mauerfall und Wiedervereinigung folgten rassistische Anschläge und pogromartigeÜberfälle in zahlreichen Städten Deutschlands. Orte wie Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen wurden zu Synonymen für diese Zeit, die Antifa wurde zur bedeutendsten Bewegung in der Deutschen Linken. Dieser häufig erzählten Geschichte des Mauerfalls, dutzender ermordeter MigrantInnen, der de facto Abschaffung des Asylrechts und des antifaschistischen Widerstands dagegen stellt der Film DUVARLAR/ MAUERN/WALLS einen neuen Blick auf diese Zeit aus migrantischer Perspektive gegenüber. In Interviews werden in einzigartiger Weise die Situation aus Sicht der türkischsprachigen EinwohnerInnen, ihre Analysen und ihre Schlußfolgerungen dokumentiert.

Nach dem Film wird die Entwicklung seit den Neunziger Jahren, die andauernde Kontinuität der Migration, die Relevanz dieser Zeit und der in ihr entstandenen Kämpfe multimedial diskutiert.
Im Anschluß wird im Foyer Musik aus dieser Zeit aufgelegt:
mit DJ Imran Avata.


24. – 29. Januar 2012
Zwischen Propaganda und Dokument:
Karl Gass, Filmdokumentarist der DDR

»Sicher ist Karl Gass der beste Dokumentarfilmregisseur der DDR, man könnte auch sagen: der einzige gute. Sicher ist er auch der redlichste. Sein endlich herausgekommener Langfilm über eine Brigade Montagearbeiter in der Erdölraffinerie Schwedt (ASSE) wird, wie sein Vorläufer FEIERABEND, wieder denen nicht passen, die mit ihrem zynischen Aufbaugejubel auf die Wirklichkeit pfeifen wollen und auf jene, die sich mitten in dieser Wirklichkeit abrackern müssen. Gass fälscht diese gewöhnliche Wirklichkeit nicht zum interessanten und verwendbaren Stoff, auch nicht zum Lied der Arbeit, sondern beobachtet sie: die Menschlichkeit eines Dokumentarfilms beweist sich nicht in seinen Parolen, sondern in seiner Aufmerksamkeit, und daran läßt es Gass nicht fehlen.«
Helmut Färber, Filmkritik (1966)


Dienstag 24. Januar
20 Uhr
SCHAUT AUF DIESE STADT
DDR 1962 - s/w - 86 Min. - 35mm
Regie Karl Gass
Buch Karl Gass, Karl-Eduard von Schnitzler (Text) Kamera Hans Dumke, Hans-Eberhard Leupold Musik Jean Kurt Forest
»Ihr Völker der Welt. Schaut auf diese Stadt« – Damit macht der Westberliner Oberbürgermeister Ernst Reuter am 9. September 1948 auf das Schicksal seiner Stadt aufmerksam. Dieser viel zitierte Satz wird zum Titel für einen Film über ein Westberlin aus Sicht der DDR. Mit unverkennbarer Ironie sagt nun Karl Gass: »Schaut auf diese Stadt« und zeigt auf alte Reaktionäre, Militaristen und westliche Spionagezentralen. Wer den Zeitgeist des historisch bedeutenden Jahres 1961 kennenlernen will, der auf beiden Seiten mehr das Kalte-Kriegs-Vokabular als sachliche Argumente kannte, kann hier seine östliche Variante besichtigen.
sowie im Vorprogramm:
Kurzdokumentation über Karl Gass (33 Min.)


Mittwoch 25. Januar
Programmänderung!
20 Uhr
EINE DEUTSCHE KARRIERE - RÜCKBLICKE AUF UNSER JAGHRHUNDERT
DDR 1987 - s/w - 111 Min. - 35mm
Wohin der seit Bismarck verbreitete Flottenrausch und die
Allmachtsphantasien, der Traum von der Großmacht Deutschland
führten, veranschaulicht Karl Gass am Lebenslauf des
Großadmirals und Hitlernachfolgers Karl Dönitz (1898-1981).
Seiner Vision einer unbesiegbaren Seeflotte opferte Dönitz
gnadenlos alles und jeden, selbst in aussichtslosen
Kriegssituationen. Vor dem Internationalen Militärtribunal
in Nürnberg angeklagt wegen Verbrechen gegen den Frieden und
das Kriegsrecht, beruft er sich bis zum Schluss auf Moral
und Gewissen: "Ich möchte das genauso wieder tun!" Nach der
Verbüßung seiner lebenslangen Haft findet er wieder Aufnahme
im Kreis alter Kameraden.
Eine spannende Dokumentation, die als informative Ergänzung
zu Wolfgang Petersens Klassiker DAS BOOT aus den 80er
gesehen werden kann.


Donnerstag 26. Januar
20 Uhr
KLAUS G. UND SEINE 100 MÄDEL
DDR 1981 - s/w - 20 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Heinz Schendzielorz Musik Wolfgang Schoor
Porträt von Klaus G., Jahrgang 1942, Abteilungsleiter in einer modernen Fertigungshalle im Gleichrichterwerk Stahnsdorf. Seine Mutter kümmerte sich als Hausfrau um ihn und seine fünf Geschwister, mit dem niedrigen Gehalt des Vaters mußte sich die Familie sehr einschränken. Jetzt leitet er eine Abteilung, in der ausschließlich Frauen arbeiten. Er behandelt sie als vollwertige Mitarbeiter, sie sollen nicht nur angelernte Hilfskräfte sein. Sie sollen möglichst alle Arbeitsgänge ausführen können, und wenn neue Maschinen eintreffen, sind sie bei der Abnahme in der Werkstatt dabei.

ASSE
DDR 1966 - s/w - 75 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Gerhard Münch, Karl Gass, Michael Biegoldt Musik Gerhard Rumpstück
»Asse« sind die Monteure und Schweißer um den Brigadier Herbert Habener, die als Retter in großer Not nach vielem Wenn und Aber nach Schwedt gekommen sind. Zu Beginn finden sie Chaos vor, das sie unter großem Zeitdruck und ungeheurem Engagement bewältigen. Der »Kapitän« Habener koordiniert die Arbeit und schweißt alle zum Team zusammen. Doch wenn Versprechungen der Leitung sich als leer erweisen, dann erwacht Proteststimmung und Habener muß seine Mannschaft beruhigen und von der Arbeitsniederlegung abhalten. In neun Episoden porträtiert Karl Gass leidenschaftlich und fast in Westernmanier die 50 Männer, die auch den Beinamen »Die Habeners« tragen. Von der ungestümen Stimmung her absolut mit den »Ballas« aus SPUR DER STEINE (Regie: Frank Beyer) zu vergleichen.


Samstag 28. Januar
18 Uhr (!)
NATIONALITÄT: DEUTSCH
DDR 1990 - s/w - 93 Min. - 35mm
Regie Karl Gass
Buch Karl Gass, Klaus Wischnewski (Text) Kamera Andreas Bergmann, Peter Milinski Musik Wolfgang Schoor
Eine Schulchronik seit 1919. Albert Linnecke (1889-1954), Lehrer in dem kleinen Dorf Rindtorf in der Altmark, führte nicht nur ein für viele Deutsche exemplarisches, immer den Zeichen der Zeit angepaßtes Leben, sondern hinterließ als Zeugnis seiner Wandelbarkeit eine seit 1919 detaillierte Schulchronik. In ihr berichtet er von bedeutenden und politischen Ereignissen, versehen mit persönlichen Kurznotationen, auch aus späterer Zeit, durch sie ist auch sein pädagogisches Wirken erfahrbar. Manche der Rindtorfer können sich noch an ihre Schulzeit bei Lehrer Linnecke erinnern. Aus dem Off berichten sie von ihren Erinnerungen und geben an mancher Stelle den selbstredenden Beweis ab, daß das Denken des Mitläufertums auch heute noch präsent ist. Da bleibt eine Rechtfertigung besonders lang im Gedächtnis: »Die Rindtorfer haben das so gemacht, weil es eben so war«.
Letztes Filmopus von Regisseur Karl Gass. Bereits im Frühling 1977 gab man ihm bei Dreharbeiten in der Altmark das handgeschriebene Tagebuch. Seitdem wollte er einen Film über diese deutsche Geschichte von unten machen.
Zu Gast: Christel Gass

20 Uhr
Kurzfilmprogramm
TURBINE 1
DDR 1953 - s/w -23 Min. - 35mm
Regie Joop Huisken & Karl Gass
Buch Karl Gass
Die Schnellreparatur einer Turbine des Kraftwerkes Zschornewitz in einer Zeit, »als jedes fehlende Kilowatt zusätzliche Abschaltungen und damit Produktionsverluste und Unzufriedenheit« (Gass) bedeutete. Eine Hymne auf die »Helden der Arbeit«.

VOM ALEX ZUM EISMEER
DDR 1954 - s/w - 22 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Hans Dumke, Gerhard Münch Musik Kurt Grottke
Mit der ROS 206 zum Fischfang von Rostock in die Barentssee: Der berühmte Berliner Alexanderplatz und seine versteckt gelegenen Markthallen sind der Ausgangspunkt für eine kleine filmische Reise, die zeigen will, durch welche harte Arbeit der täglich frische Fisch auf den Mittagstisch kommt. Das Filmteam sticht mit der Mannschaft eines 1000 Tonnen Trawler mit dem unspektakulären Namen ROS 206 in See, genauer gesagt heißt das Ziel Barentssee. Solange das Wetter schön, das Meer sich ruhig zeigt, herrscht gute Laune. Doch als die Filmemacher mit entsprechender Windstärke und eisiger Kälte konfrontiert sind, fallen die ersten Nicht-Seefesten aus. Trotz aller Unbilden: Die »Leichtmatrosen der DEFA«, wie sie sich selbstironisch bezeichnen, helfen mit, als der Fangplatz endlich erreicht ist. Das heißt fünf bis sechs Tage schwerste Arbeit, auch noch in der Stunde, wenn die Mitternachtssonne scheint. Nach der 18-tägigen Fahrt sind nicht nur die Bärte der Reisenden gewachsen, sondern der Zuschauer hat auf amüsante Weise einen guten Eindruck von der Arbeit der Seemänner gewonnen.

FEIERABEND
DDR 1964 - s/w - 27 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Gerhard Münch, Michael Biegholdt Musik Jean Kurt Forest
Die derbe Lebensfreude zwischen Bauwagen und Großbaustelle. Über 1600 Bau- und Montagearbeiter leben im Barackenlager der Großbaustelle Erdölkombinat Schwedt - in der »Taiga«, wie sie selbst dazu sagen. Feierabend, heiß ersehnte kurze Zeit, bevor früh um fünf, noch vor dem Morgengrauen, die Schicht wieder beginnt. Was tun, wenn wenig geboten ist? Ungeschminkte Impressionen, häufig mit Musik wie aus Stummfilmzeiten unterlegt, erzählen davon: Singend im »Macky Messer« auf Normen und Planvorgaben wettern, verschiedene Instrumente (von Saxophon bis Löffel und Nase) zum Besten geben, aber auch Alkoholexzesse in der HO Kantine. Liebevolles und intimes Porträt, in dem der Regisseur die »Filzpantoffelspießer« des Landes auffordert, statt eines vorschnellen Urteils lieber vor der eigenen Haustür zu kehren.

ICKE - ICKE
DDR 1972 - s/w - 9 Min.
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Detlef Tetzke
Faschingsfeier im VEB Glühlampenwerk NARVA Berlin.
Zu Gast: Christel Gass


Sonntag 29. Januar
3. Todestag von Karl Gass (gest. 29.1.2009)
18 Uhr
ICH SCHREIBE
DDR 1971 - s/w - 9 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Peter Milinski
Der Arbeiter Siegried Brandt, Reparaturschlosser im VEB Kombinat Zentronik Büromaschinenwerk Sömmerda schreibt Gedichte. Ein Film über sozialistische Kultur im Geiste des Bitterfelder Weges.

DAS JAHR 1945
DDR 1984 - s/w - 90 Min. - 35mm
Regie Karl Gass
Buch Karl Gass, Klaus Wischnewski (Text) Kamera Dieter Kühne Musik Wolfgang Schoor
Noch im Januar 1945 wird in Berlin die Parole ausgegeben: »Glauben, kämpfen, siegen«, doch bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945 werden mehr Menschen sterben als in den fünf Jahren zuvor.
Mit zum großen Teil bis dahin unveröffentlichtem oder auch in Vergessenheit geratenem, internationalem Archivmaterial dokumentiert Regisseur Karl Gass die letzten 128 Tage des Zweiten Weltkriegs. Der Kompilationsfilm zeigt in erschütternden und bis heute erhellenden Bildern die Zerstörung der Städte und die wesentlichen Kriegsschauplätze der Alliierten. Gleichzeitig korrigiert er damit das seinerzeit in der DDR übliche Bild der alleinigen Befreiung durch die Sowjetarmee. Auf Betreiben einiger Fernsehverantwortlicher wurde allerdings das offene Eingeständnis im Kommentar zensiert: »Auch wir Kommunisten tragen eine Teilschuld an der Entwicklung der Geschichte, weil wir die Machtergreifung nicht verhindern konnten«.
»Spannender, klug montierter und kommentierter, um Wahrhaftigkeit bemühter Dokumentarfilm, ... greift ... auch Tabuthemen wie Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen Ostgebieten auf.«
filmlexikon.de, 2009

20 Uhr
2 TAGE IM AUGUST
DDR 1982 - s/w - 22 Min. - 35mm
Buch & Regie Karl Gass
Kamera Hermann Ihde Musik Wolfgang Schoor
Während deutsche Städte im Frühjahr 1945 von einer Bombardierung mit Atomwaffen verschont bleiben, kommt es kurz vor der Kapitulation in Japan am 6. und 9. August 1945 zum Abwurf der »perfekten Bombe«. Fast vier Jahrzehnte später wird an diesen beiden Tagen der Neutronenbombenbau durch den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan angeordnet und öffentlich verkündet.
sowie:
Dokumentation über Karl Gass


Mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung, Berlin
Dank an die DEFA-Stiftung: Sabine Söhner; Progress Filmverleih: Dagmar Bingel & Barbara Löblein; Deutsches Rundfunkarchiv: Frau Schneider; Bundesarchiv/Filmarchiv; Waco Wagner (Werkstattkino) & Andreas Rost, München
Besonderer Dank an Christel Gass

DURCHGEKNALLT!?

Exzentriker und Egomanen, Fanatiker und Chaoten, Tabu-Brecher und Borderline-Syndrome, bizarre Momente, Alpträume, Psycho-Trips und Existentialismus pur.

LE CINEMA

GESCHICHTE

CINÉ-TRANCE

Filme von JEAN ROUCH

In Kooperation mit der SK Stiftung Kultur und mit freundlicher Unterstützung der Filmstiftung NRW, des Bureau du cinéma, Berlin des Institut français de Cologne und CHBP, Köln

In der Reihe ciné-trance präsentiert der Filmclub 813 einige Filme des französischen Ethnologen Jean Rouch (geb. 1917 in Paris), die in Deutschland bisher nur selten gezeigt wurden. Während Jean Rouch in Frankreich als Pionier des ethnografischen Films und als Begründer des cinéma vérité verehrt wird, gilt er hierzulande als cineastischer Geheimtipp. Dabei hat er seit 1947 über 120 Filme realisiert, darunter zahlreiche ethnografische Filme über westafrikanische Besessenheitskulte. Seine improvisierten Spielfilme, die er gemeinsam mit afrikanischen Protagonisten entwickelte, übten einen starken Einfluss auf die Nouvelle vague aus. Moi, un Noir (1957) beispielsweise wurde seinerzeit von Jean-Luc Godard als der »größte französische Film seit der Befreiung« gefeiert. Rouchs improvisierten Spielfilme, die sich im Grenzbereich zwischen dokumentarischem und fiktionalem Film bewegen, stehen im Zentrum der Reihe.

Am 30. November wird Jean Rouch selbst anwesend sein, um seinen neusten Film Le rêve plus fort que la mort (2002) vorzustellen.

UDO KIER WERKSCHAU

Exzentriker und Egomanen, Fanatiker und Chaoten, Tabu-Brecher und Borderline-Syndrome, bizarre Momente, Alpträume, Psycho-Trips und Existentialismus pur.

ALLES, ALLES ÜBER DEUTSCHLAND

ALLES ANIMIERT!

Kurzfilmprogramm

In Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln

Vom Lege- und Zeichentrick über animierte lebensgroße Puppen bis hin zu 3D-Computeranimationen und Mischtechniken - das Spektrum der Animationsarbeiten an der KHM ist groß. Der Abend gibt einen Einblick in neue und alte Techniken, zeigt Filme, die auf internationalen Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurden und feiert vier Premieren.

DAS LEBEN IST EIN ROMAN - FILME VON ALAIN RESNAIS

Gefördert durch die SK Stiftung Kultur, Köln
und dem Bureau du Cinéma, Berlin
Mit Unterstützung des Institut Francais, Köln

Nach über zehn Jahren die erste Werkschau der Filme von Alain Resnais in Deutschland!

zu Gast beim Filmclub 813 ist Sylvette Baudrot, die für die meisten Filme Resnais' als Skriptfrau (die offizielle Bezeichnung: "Skriptgirl") gearbeitet hat. Zu den Vorstellungen am 25.11. ( "I want to go home") und am 27.11. ("Smoking"/No Smoking") wird sie über ihre Arbeit mit Alain Resnais erzählen.

Alain Resnais schuf mittlerweile berühmte Reflexionen über die Erinnerung ("Hiroshima, mon amour", 1959, "Letztes Jahr in Marienbad"). Dabei war er nie einfach nur Filmemacher. Eher ist er stets ein Arrangeur, der Elemente von Theater, Skulptur und Roman in eine filmische Form gießt. Bei seinen fröhlichen Versuchsanordnungen über die Suche nach Liebe und Glück läßt er Platz für Genres wie Musical, Melodram und Comic-Strip. Sein Universum aus neurotischen, vielschichtigen Menschen ("Das Leben ist ein Chanson", 1997) muß man lieben. Wie überhaupt Alain Resnais' sperrigen Willen zur Schönheit, zum Geheimnis und zur Poesie.

BOOP-OOP-A-DOOP - BETTY, DAFFY, BUGS UND ALL DIE ANDEREN ...

10 JAHRE "KÖLNER GRUPPE" 1993-2003

IM RAHMEN DER LANGEN NACHT DER KÖLNER MUSEEN

Wiederholungen: 20 UHR, 23.00 UHR, 1.30 UHR

"TRICKS & TREATS" - KURZFILMPROGRAMM

IM RAHMEN DER LANGEN NACHT DER KÖLNER MUSEEN

Wiederholungen: 21.45 UHR, 0.30 UHR

EROTISCHE ESKAPADEN

Frivoles, Pikantes, Kokettes und Amüsantes aus der Zeit als es noch keine Hard-Sex-Filme und Pornos gab.

100 JAHRE PETER LORRE: DER EWIGE EMIGRANT

Am 26.6.1904 wurde Peter Lorre in Rózsahegy/ Rosenberg im damaligen Österreich-Ungarn (heute Ruzomberok, Slowakei) geboren. Schon mit seinem dritten, grandiosen Film-Auftritt als getriebener Kinder-Mörder in Fritz Langs ?M? (1931) entschied sich seine Lebensrolle: Immer der Fremde, der ewige Emigrant, der Außenseiter, der Ausgestoßene, der Verlorene. ?Der Verlorene? war auch seine einzige Arbeit als Regisseur, in dem er 1951 einen vor den Nazis geflohenen Heimkehrer spielt, der in Deutschland an der belasteten Nachkriegs-Gesellschaft zerbricht. Populär wurde Lorre in den USA vor allem als gewitzter Detektiv Mr. Moto in acht Filmen und im Traum-Gespann mit dem bombastischen Sidney Greenstreet. Schon Lorres bizarre Kino-Namen sind Programm: Klotz, ?Pig? Chochon, Capt. Chang, Pepi, Dr. Einstein, Adolphus Bedlo, Smiley, Contreras, Nikolai Zaloshoff, Montresor Herringbone, Guillermo Ugarte und natürlich Joel Cairo in ?Der Malteser Falke?. In 86 Kinofilmen und zahlreichen TV-Auftritten spielte er exotische und exzentrische, groteske und gerissene Charaktere, durchtriebene Intriganten, unterwürfige Parasiten, geheimnisvolle Dunkelmänner, gehetzte Gauner von ungewisser Herkunft ? und selbst als Drahtzieher letztlich Marionette. Peter Lorre, der lange Jahre morphiumsüchtig war, starb kurz nach den Dreharbeiten zu seinem letzten Fillm ?The Patsy? (neben Jerry Lewis) am 23.3.1964 in Los Angeles.

DER STUDENT VON PRAG


JENSEITS VON EUROPA VIII ? NEUE FILME AUS AFRIKA

FilmInitiativ Köln e.V. zeigt vom 30.11. ? 8.12.: Jenseits von Europa VIII ? Neue Filme aus Afrika

Programm im Kino in der Brücke:

WERKSCHAU ROBERT BRAMKAMP

ERIK UND THOMAS, ENDLICH 40

PREMIERE

Ein Abend mit Super-8-Fassungen großer Kinoklassiker

WEIHNACHTSFILM

EAT THE RICH

KÖLN-PREMIERE

KILLER-BARBIES UND VAMPIERE - WERKSCHAU JESS FRANCO

AUFBRUCH VOLLER HOFFNUNG - FRAUEN IM IRAN

LET'S FACE TEHE MUSIC AND DANCE - DAS MUSICAL VON 1930 -1990

WERKSCHAU ERIC ROHMER

UNSERE OPFER ZÄHLEN NICHT - Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg

ZUM 100. GEBURTSTAG VON HENRY FONDA

RE-EDUCATE GERMANY BY FILM!

THIS IS SKATEBOARDING!

MANFRED KRUG - EIN SCHAUSPIELERPORTRÄT

HOLLYWOOD & DIE NAZIS

FREUD GOES POP

HOMMAGE AN TRUMAN CAPOTE

ZUM 100. GEBURTSTAG VON RICHARD ANGST, KAMERAMANN

HEILIGE & NARREN

DER KLEINE GODARD - ERINNERUNG AN HELLMUTH COSTARD

SURREALISMUS & FILM

DIRTY USCHI - DIE GLAS DER FRÜHEN JAHRE

FILMCLUB INTIM

DAUMENKINO-KINO

EINE VERANSTALTUNG DER KINDERNOTHILFE

- Der Eintritt zu dieser Vorstellung ist kostenlos. -

Der Arbeitskreis Köln der Kindernothilfe e.V. erbittet jedoch im Anschluss an den Film eine Spende für das o.g. Projekt.

GANGSTER, COPS & DETEKTIVE

TOWERS OF TRASH - DER PRODUZENT HARRY ALAN TOWERS

FANTOMAS-SPEZIAL

KING OF THE B'S - ROGER CORMAN

SIGIGÖTZ

CARTE BLANCHE WERKSTATTKINO, MÜNCHEN

WERKSCHAU JACQUES DOILLON

DIRECT CINEMA: RETROSPEKTIVE ALBERT & DAVID MAYSLES

Eine Filmreihe von Jennifer Jones und Anja Dreschke und dem Filmclub 813, in Kooperation mit der ifs - internationalen filmschule köln.
Gefördert durch SK Stiftung Kultur Förderprogramm und die Filmstiftung NRW.

OBSKURE FILME AUS BERLIN

GOALS, GOALS, GOALS

- Fußball im Kino: Dokumentarisches & Kurzspielfilme

MARGARET TAIT - KURZFILMPROGRAMM

»The cinema I care about is at the leval of poetry «

»Margaret Tait (1919-99) lebte und arbeitete auf Orkney und ging beharrlich ihren ganz eigenen Weg. Ihre meist kürzeren 16mm-Filme sind schlicht und klar. Einfache Bilder voller Achtung für das, was sie umgibt - die Menschen, die Landschaft, das alltägliche Leben. PORTRAIT OF GA, den sie 1952 mit ihrer Mutter filmte, ist ein privater Film für Alle. Diese feine Balance zwischen privat und öffentlich, zwischen innen und außen, die allen ihren Filmen wesentlich ist, macht Margaret Tait für mich zu einer der schönsten Filmpoetinnen.
Nachdem sie Anfang der 50er Jahre in Rom Film studierte, ging sie zurück nach Edinburgh und gründete die »Ancona Films«. Sie schrieb Gedichte, gab mehrere Bücher heraus, und begann eigene Filme zu machen. Alle 32 kurzen Filme, die zwischen 1951 und 98 entstanden, hat sie selbst finanziert. 1991 inszenierte sie im Alter von 74 Jahren ihren einzigen langen Spielfilm BLUE BLACK PERMANENT.
Alex Pirie hat sehr schön beschrieben, was Margaret Taits Filme so eigen macht: "Ihre Bilder sind zugänglich (eine Distel ist unweigerlich eine Distel), sie sind alltäglich und auf dieser Ebene eine Darstellung der Dinge wie sie sind. Aber so, wie sie gefilmt sind, in ihren rhythmischen Mustern, ihrer Länge, geben die Bilder eine Vorstellung vom Geheimnis und der Vieldeutigkeit, mit der die so genannt einfachen Dinge erfüllt sind."«
Ute Aurand

Dank an Peter Todd und das LUX für die Zusammenstellung der Programme.

ZUM 40. TODESTAG VON MONTGOMERY CLIF

DIE WELT DES ARTUR BRAUNER - 60 JAHRE FILMPRODUKTION

MELANCHOLIE DES WIDERSTANDS - ZUM 85. GEBURTSTAG VON MIKLÓS JANCSÓ

60 JAHRE DEFA - UNBEKANNTES & VERGESSENES

Anläßlich des 60. Jahrestages der Gründung der DEFA, der staatlichen Filmproduktionsgesellschaft der DDR, zeigt der Filmclub 813 zwischen dem 3. Oktober, bekannt als Tag der Wiedervereinigung, und dem 7. Oktober, dem Nationalfeiertag der DDR zur Staatsgründung, Unbekanntes und Vergessenes aus den Archiven.

FILME VON JÜRGEN HEITER

EIFEL-FILME

HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT

LaDOC-Lectures

MINUTENTEXTE. THE NIGHT OF THE HUNTER

SCHNITT-PREIS/FILM +

Das Herz des Films liegt zwischen den Einstellungen. Der Filmschnitt gibt den Takt vor, diktiert die Ordnung der Bilder und das Timing der Geschichte. Film+ gibt dem Filmschnitt ein Gesicht und zeigt vom 25. bis 27. November 2006 im Kölner Off Broadway und im Kino in der Brücke zum sechsten Mal seine Gesichter.

HOMMAGE AN DAGMAR HIRTZ

ZUM 100. GEBURTSTAG VON OTTO PREMINGER

KURZFILMFESTIVAL SHORT CUTS COLOGNE

ULRICH SCHAMONI - WERKSCHAU

UMFELD DES FILMCLUB 813 UND DER KÖLNER GRUPPE

DIE ABENTEURER - HOMMAGE AN LINO VENTURA

ALLE ZEIT DER WELT

CYCLE DOCUMENTAIRE

Französische Dokumentarfilme, ausgewählt von Cahiers du cinéma

Die Reihe »Cycle documentaire« läuft in Zusammenarbeit mit dem Bureau du Cinéma und dem Institut Français, Köln

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stadt Köln, Kölnischer Kunstverein und Geissendörfer GmbH

Dank an die Kunsthochschule für Medien, Köln

ZUM 80. GEBURTSTAG VON DOROTHY MALONE

ANDY WARHOLE FACTORY

HOMMAGE ROBERT ROSSEN

WE'RE BRITISH, BUT...

HOMMAGE AN ANNA MAGNANI

WIENER VORSTADTPOSSEN

Die Filme von Elizabeth T. Spira

FEMINALE

CLEMENS KLOPFENSTEIN

MICHELANGELO ANTONIONI: AUGENBLICKE DER WAHRHEIT

ZUM 80. GEBURTSTAG VON HARRY BELAFONTE

STUMMFILM MIT MUSIKBEGLEITUNG

ROMY SCHNEIDER - ZWISCHEN SISSI UND ROSALIE

FILME VON JOE D AMATO

Mit diesem Film beginnt eine kleine Reihe zu Joe d´Amato (bürgerlich Aristide Massaccesi, 1936-1999, von Fans liebevoll »Massa« genannt), dem neben Jess Franco berühmt-berüchtigtsten unter den Auteurs (Buch, Kamera und Regie meist in einer Person) des europäischen Exploitationfilms.

Mit geringsten Budgets und ohne jeden prätentiösen Kunstanspruch gelang ihm in seinen besten Werken die Aura eines subtil-poetischen Kinos des Erotischen und/oder der Grausamkeit.

PRODUCTION VALUES - FILME ÜBER DAS FILMEMACHEN

Film- und Vortragsreihe in Kooperation mit dem Filmclub 813 im Rahmen des bundesweiten Projekts »Work in Progress«.
»Work in Progress« ist ein Projekt der Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. im Rahmen des Programms »Arbeit in Zukunft« der Kulturstiftung des Bundes.

Die Kölner Reihe »Production Values« wird gefördert durch die SK-Stiftung Kultur ? Förderprogramm.

Kuratiert von Carlo Peters & Brigitte Weingart



In der Reihe PRODUCTION VALUES geht es um die Auseinandersetzung mit filmischen Arbeitsprozessen im Film. Die ausgewählten Filme rücken das Filmemachen als ein Tätigkeitsfeld in den Blick, in dem materielle und immaterielle Arbeit miteinander verschränkt sind. So wird gerade in der Filmarbeit eine Verlagerung von fordistisch geprägter »Kulturindustrie« hin zu einem flexibilisierten Arbeitsalltag, bei dem sich die Grenze zu Freizeit und Privatleben verwischt, besonders deutlich sichtbar. Die Gründe dafür liegen nicht zuletzt in der medialen Beschaffenheit des Films: in der arbeitsteiligen Produktion, die jeden Film zu einer Gruppenarbeit werden lässt, in dem ökonomischen Aufwand, der doppelten Zeitlogik von abgegrenzten Projekten einerseits und festen Produktionsstrukturen andererseits. Kann also die Filmbranche als eine Art ?Avantgarde prekärer Arbeitsverhältnisse? gelten? Und gilt dies nicht erst recht für den Einsatz von affektiver Arbeit in der Filmproduktion? Oder für die Ermunterung zur Selbstausbeutung, die sich der Identifikation mit einer Tätigkeit verdankt, die ?mehr als ein Job? ist? Damit stellt sich aber auch die Frage, was im Medium Film von der Filmarbeit überhaupt in den Blick geraten kann, inwiefern sich ein Medium selbst beobachten kann.

NUSCHLN & NÖRGLN - EINE HOMMAGE AN HANS MOSER

?Ich glaube nicht, daß ich die Rollen jemals so komisch spielen kann?
(C. Chaplin über Hans Moser, Wien 1927)

Der Filmclub813 würdigt in einer Hommage zum ersten Mal in Deutschland mit acht ausgewählten Filmen das Werk von Hans Moser.
Die Reihe startet am 27. Mai (Pfingstsonntag) mit dem Stummfilm ?Die Stadt ohne Juden? aus dem Jahre 1924. Andreas Hirsch, Musiker und bildender Künstler aus Köln, wird den Eröffnungsabend mit Gitarre, Diktiergerät und Loopmaschine musikalisch lenken.
Die Reihe beschließt am 24. Juni der Film ?Herrn Josefs letzte Liebe? aus dem Jahre 1958, in dem er noch einmal eine grandiose Charakterrolle sich buchstäblich auf den Leib geschrieben hat: seine Liebe zum besten Freund des Menschen kennt keine Grenzen.

Hans Moser ist im deutschsprachigen Raum bekannt für den grantelnden und misantropischen Wiener. Seit es Komödien gibt, kennt man die Figur des Clowns, des Hanswursten, des Tolpatsch. Er gab ihnen etwas Neues dazu: das Mosern.
Seine untersetzte, krummbeinige Figur, das ungeschminkte warzige Alltagsgesicht und das Zerhacken der Sprache wurden sein Markenzeichen. Zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise war er der Fürsprecher des Souterrainproletariats und der Garant des ?kleinen Lächelns?. Sein Rollenbild des kleinen Mannes, über die Jahre im fünften Wiener Bezirk und am Naschmarkt beobachtet lockte ein Millionenpublikum in die meist ausverkauften Kinosäle. Sein Aufstieg zum begehrten Kabarettist geschah in einer Zeit, in der die meisten seiner jüdischen Kollegen Berufsverbot erhielten. Seiner Popularität als der Volksschauspieler ist es zu verdanken, daß er trotz seiner Ehe mit einer ?Volljüdin? ab 1934 weiterhin als Schauspieler in deutschen Filmen tätig sein durfte. Seine Ehefrau Blanca wurde ?nur? nach Budapest ins Exil geschickt.
Moser war in den geschlossenen und seichten Bilderwelten der NS-Traumfabrik ein Fels der Realität, der zeigte, daß Humor etwas mit Widerstandskraft zu tun hatte und wie es Helmut Karasek treffend beschreibt ?das Gelächter, das er hervorrief, war Ausdruck ungeweinter Tränen über die Demütigung seiner Dienstmänner und kleinen Leute; seine Raunzerei der taugliche Versuch, Menschenwürde in einer dazu untauglichen Zeit festzuhalten.? Moser war der Bruch und der Kitt in einer Person, in dem er die Figur des Herrschers und die Figur des Dieners zueinander führte.

Zur Reihe erscheint eine Broschüre.
Kuratiert von Maximilian Erbacher & Dejan Rakas, Köln

ZUM BEISPIEL BRESSON - HOMMAGE AN ROBERT BRESSON

Zum Beispiel Bresson ? Hommage an Robert Bresson


Anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags von Robert Bresson zeigt der Filmclub 813 zehn Filme des französischen Regisseurs aus dem Zeitraum von 1951 bis 1983.
Innerhalb des französischen Kinos nimmt Bresson eine Sonderstellung ein. Er sprengt die Konventionen des altväterlichen Cinéma de qualité, steht aber auch außerhalb der Nouvelle Vague, wenngleich ihm deren Vertreter regelmäßig den höchsten Respekt bekundeten. Auch international fällt es schwer, Vergleiche zu ziehen.
Formal sind seine Filme sehr streng komponiert. Bresson ist Minimalist, einer von der radikalsten Sorte. Dies äußert sich nicht nur im Verzicht auf professionelle Schauspieler, aufwändige Sets, unnötige Handlungselemente oder überflüssige Kamerabewegungen. Bressons Minimalismus geht noch weiter. Um Urs Jenny zu zitieren: ?Wozu ein Dialogsatz, wenn eine Geste oder ein Blick genügt? Wozu den Kopf eines Menschen zeigen, wenn ein Stück Rumpf mit Arm alles Nötige sagt? Wozu überhaupt ein Bild, wenn ein Geräusch reicht??
Bressons Themen sind dabei immer wieder die gleichen: Schuld und Sühne, Erlösung sowie die Rolle des Heiligen in einer unheiligen Welt. Dabei tritt er jedoch nicht als Verkünder von Wahrheiten auf, sondern als jemand, der die richtigen Fragen aufwirft und dem Zuschauer, auch dank der mit stilistischen Mitteln erzeugten Distanz, ausreichend Raum lässt, diese für sich selbst zu beantworten.


"Die Fragen, die Bresson stellt, werden niemals unwichtig sein."
(Rainer Werner Fassbinder)

KOCH-LECTURE MIT PETER KUBELKA

ZUM 80. GEBURTSTAG VON GINA LOLLOBRIGIDA

ZUM 80. GEBURTSTAG VON KEN RUSSELL

ZUM 100. GEBURTSTAG VON BARBARA STANWYCK

ZUM 90. GEBURTSTAG VON ROBERT MITCHUM

OPEN-AIR-KINO - WAS TUN

Open-Air-Kino auf dem ehemaligen Güterbahnhof Ehrenfeld

»Jack in the Box« und der FILMCLUB 813 thematisieren mit der Open-Air-Filmreihe »Was tun« Aufbrüche und Ausbrüche aus privaten Stillständen und gesellschaftlichen Frustrationen.

»Was tun« gilt auch für den Verein »Jack in the Box e. V.«, der auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Ehrenfeld seit Mai 2007 seine neue Heimat gefunden hat. Arbeitsbereich des Vereins ist die Entwicklung innovativer Modelle der Beschäftigungsförderung, die Stillstand und Frustation entgegenwirken sollen. So werden u.a. Arbeitsgelegenheiten geschaffen, indem ausgediente See-Container umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden (siehe www.jackinthebox-koeln.de).

Das Gelände des ehemaligen Ehrenfelder Güterbahnhofs ? einer der wenigen weißen Flecken auf dem Stadtplan von Köln ? eignet sich hervorragend als Kulisse für das gemeinsam geplante »Rand-Zonen-Kino«.


Achtung anderer Veranstaltungsort
ehemaliger Güterbahnhof Ehrenfeld
Vogelsanger Str. 231
(Kreuzung Leyendeckerstr./ Helmholtzstr.)
50825 Köln

Beginn der Filme ab 21:30 Uhr

FREE CINEMA

»Sie sind ein wenig in Vergessenheit geraten, heute, in unserer Sicht des Kinos: die Helden des britischen Free Cinema der 60er. Wir haben, cineastisch, das Erwachsenwerden gelernt mit ihnen, aber wir haben sie nie so ins Herz geschlossen wie die Spinner von Paris, die Schlawiner der Nouvelle Vague, von Michel Poiccard bis Antoine Doinel.
DIE EINSAMKEIT DES LANGSTRECKENLÄUFERS (von Tony Richardson) 1962, SAMSTAGNACHT BIS SONNTAGMORGEN (von Karel Reisz) 1960, GELIEBTER SPINNER alias BILLY LIAR (von John Schlesinger): die Titel sind Programm geworden für ein Kino zwischen Isolation und Imagination, eine Welt der Alltagstristesse, in der für kurze Augenblicke nur Aufruhr, Rebellion, Flucht in die Imagination möglich scheint. Wo die Verzweiflung wie Firnis alles überzieht. [?]
Ein Kino der Gegensätze und unüberwindlichen Distanzen, was die Beziehung angeht von Kamera und Filmemacher und Zuschauer. Die Welt draußen ist Ruine und Rudiment, und sie wird auch durch die Kraft der Phantasie nicht wieder ganz. Was kein Grund ist, es nicht immer wieder aufs Neue zu versuchen, so sprengt selbst das melancholische SAMSTAGNACHT BIS SONNTAGMORGEN den engen Rahmen von Zeit und Raum, ein paar Stunden im Leben eines Arbeiters (Kino, Kneipe, Koitus) und läßt uns fremdgehen in die Tiefe menschlicher Blicke und Exkursionen zu menschlichen Körpern und Gesichtern. [?]
Die Nouvelle Vague, das war Kino der großen Stadt, die Briten filmen die Banlieue, machen Vorstadtfilme. Denn London und die anderen englischen Städte haben kein Zentrum, kein Innenleben, man findet sich da immer an der Peripherie.«
Fritz Göttler

JEAN-CLAUDE BRIALY

CARTE BLANCHE FÜR HANS W. GEIßENDÖRFER

GERHARD HENSCHEL: PROSA, LYRIK, KRITIK

NEUES DEUTSCHLAND

ausgewählte Dokumentarfilme zum deutschen Thema zwischen dem »Tag der Deutschen Einheit« und dem ehemaligen »Nationalfeiertag der DDR«

JEAN RENOIR

Die Reihe »Jean Renoir« läuft mit freundlicher Unterstützung vom Bureau du Cinéma und dem Institut français de Cologne

60 JAHRE FILMCLUBS IN KÖLN: DIE BRÜCKE

Ein enormer Nachholbedarf bestimmte das Programm der Filmclubs, die schon kurz nach dem Krieg überall in Deutschland gegründet wurden. Vergessene, aber bedeutende Klassiker, während der jüngsten Vergangenheit verbotene Werke und viele neue Filme der Nachkriegszeit fanden hier ihre (oft ersten) Vorführungen. Ab Herbst 1947 zeigte der Filmclub Köln e.V. zunächst in Kinos wie der Schauburg, später regelmäßig in der Brücke ein Programm mit wöchentlich drei bis sechs Vorführungen und anschließenden Diskussionen. 1949 wurde in Hamburg der Verband der deutschen Filmclubs gegründet, aus dem dann bald darauf auch die Jugendfilmclubs und die studentischen Filmclubs (in Köln 1952) hervorgingen. Anfang der 50er Jahre hatte der Filmclub Köln schon mehr als 1200 Mitglieder. Zu Gast waren Regisseure wie etwa Claude Autant-Lara, René Clair, André Delvaux oder Hans Richter.

Die Reihe »60 Jahre Filmclubs in Köln: Die Brücke« läuft mit freundlicher Unterstützung des Referats für Filmgeschichte, Köln (Leo Schönecker)

SAMUEL FULLER

DIETER EPPLER ZUM 80. GEBURTSTAG

HOMMAGE AN ANGELIKA WALLER

Die Reihe »Hommage an Angelika Waller« wurde gefördert von der DEFA-Stiftung (Fotos: Filmmuseum Potsdam).

ZUM 150. GEBURTSTAG VON JOSEPH CONRAD

SUPER 8 MEETS DV-TRASCH - MARCEL ZEIGT KURZFILME

KURZFILMPROGRAMM mit Filmen von Marcel Belledin, Markus Mischkowski, Rainer Knepperges, Christian Mrasek u.a.

Im Zeitalter von »YouTube« wird ein Blick auf Klassiker geworfen, die auf der Rauhfasertapete der eigenen vier Wände ihre Verbreitung gefunden haben…

ZUM 60. GEBURTSTAG VON JOHN CARPENTER

ZUM 80. GEBURTSTAG VON JEANNE MOREAU

Jeanne Moreau, voller Lachen und Zärtlichkeit

Die Frau steckt voller Leidenschaft, die Schauspielerin weckt Leidenschaften.
Jedesmal, wenn ich sie mir aus der Entfernung vor Augen führe, sehe ich sie nicht Zeitung lesen, sondern mit einem Buch in der Hand, denn Jeanne Moreau läßt nicht an einen Flirt denken, sondern an Liebe.
Im Gegensatz zu so vielen Schauspielern und Schauspielerinnen, die nur über den Umweg von Konflikten und Spannungen spielen können und dabei manchmal Konzentration mit Selbstanalyse verwechseln, liefert Jeanne Moreau ihre besten Leistungen in einer Arbeitsatmosphäre voller Lachen und Zärtlichkeit, die sie selbst aufzubauen und aufrechtzuerhalten hilft, selbst wenn es darum geht, starke Emotionen zu projizieren.
Großzügigkeit, Leidenschaft, Komplizenschaft, Begreifen der menschlichen Zerbrechlichkeit, all das kann man auf der Leinwand lesen, wenn Jeanne Moreau spielt.
In den zwanzig Jahren meiner Arbeit fürs Kino bleiben die Dreharbeiten zu JULES ET JIM dank Jeanne Moreau für mich eine strahlende Erinnerung, die strahlendste überhaupt.

François Truffaut (1981)

HOWARD HAWKS

ZUR AUSSTELLUNG "KONZEPT DER LIEBE" IM KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN

VOYEUR, VOYEUR!

THE FAR COUNTRY - AMERIKANISCHE WESTERN 1946-1962

»Der Western ist das einzige Genre, dessen Anfänge mit denen des Kinos überhaupt fast identisch sind.«
André Bazin

Die Reihe »The Far Country - Amerikanische Western 1946-1962« wird von SK-Stiftung Kultur gefördert.

OFFSCREEN / ONSCREEN

Die in der Forschung angelegte Perspektive auf die künstlerisch verarbeiteten konkurrierenden Bild- und Raumsysteme soll in der Vortrags- und Filmreihe sowie dem abschließenden Symposium am 6. Juni 2008, jenseits des wissenschaftsinternen Diskurses einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ab 21. Februar 2008 sollen insgesamt sechs öffentliche Vorträge in einem dreiwöchigen Rhythmus präsentiert werden. Sie werden donnerstags um 19.00 Uhr beginnen und nach anschließender Diskussion wird ab 20.30 die Fokussierung des Vortrags durch ein Filmbeispiel nach Wahl der Referentinnen und Referenten veranschaulicht. Die Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein bietet sich nicht nur aus räumlich-technischen Gründen an (der Kinosaal und der Filmclub 813 befinden sich im Gebäude des Kunstvereins), sondern auch aufgrund der Thematisierung relevanter Fragestellungen zu Film- und Videoarbeiten in der Gegenwartskunst im Ausstellungskontext und dem Programm des Filmclubs Für den Zeitraum der Vortragsreihe wird Carlo Peters (Filmclub 813) eine Filmreihe kuratorisch konzipieren, die zu dem Themenfeld der Vortragsreihe und des Symposiums einen weiteren Bogen spannen und weiteres Material für die Sichtung zugänglich machen wird.

JEAN-PAUL BELMONDO ZUM 75. GEBURTSTAG

JACQUES DEMY

Die Reihe »Jacques Demy« läuft mit freundlicher Unterstützung vom Bureau du Cinéma und dem Institut Français, Köln.

SUPEREROI DIMENTICATI - DIE RÜCKKEHR DER GUTEN LAUNE


Am 12.1.1966 begann in den USA eine neue Zeitrechnung. Da flimmerte zum ersten Mal die Fernsehserie BATMAN in die Wohnzimmer und Herzen von Millionen US-Kindern.

Ein neues Genre war geboren, daß der modernen Comicverfilmungen.
Der im August des selben Jahres gestartete Kinofilm war so erfolgreich, daß sich die Plagiats-geübten Italiener aufmachten, eine ganze Horde mehr oder weniger edler Recken ins Zelluloid-Getümmel zu schicken: Männer in schlecht sitzenden roten Strampelanzügen oder - aus Budgetgründen - mit einer unsichtbar machenden Tarnfarbe überstrichene Streiter.
Diese Helden sind heute vergessen, dem Alkohol verfallen, leben von der Fürsorge oder Vagabundieren auf den Domplatten unserer Großstädte und erzählen von ihren glorreichen Taten in den hiesigen Kinos.

Der Filmclub 813 hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, diesen "Supereroi dimenticati", ob sie nun "Rotes Phantom", "3 tolle Kerle"; "Diabolik", "Argoman", "Goldface" oder gar "Batwoman" heißen, ein würdiges Andenken zu schaffen, auf das sie wieder aufrecht neben "Spider Man", "Iron Man" oder den "Fantastic Four" huldvoll die Liebe der Trash-Fans auf der großen Leinwand erheischen.


Wir danken dem GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA für seine Unterstützung.



Unter dem Motto "Was sie bei uns verpassen, ist für Sie unwiederbringlich verloren" bringt DER GEHEIMNISVOLLE FILMCLUB BUIO OMEGA an jedem dritten Samstag im Monat zwei ausgewählte Exploitationfilm-Klassiker zurück auf die große Kinoleinwand. Die Homepage bietet kompetente Besprechungen zu den Zelluloid-Raritäten, qualitativ hochwertige deutsche und internationale Original-Aushangfotos und Kino-Werbematerialien, top-aktuelle News aus der Welt des Genre-Kinos und vieles mehr. Ansehen und nie wieder vergessen!

'68 - WHAT'S LEFT?

EXPOSED DEBÜTFILMFESTIVAL

Kino 813 in der BRÜCKE
Hahnenstraße 6, 50667 Köln
Tel/Fax: 0221/3106813

Eintritt:
Normal: 5,00 Euro
"Freunde des Filmclub 813": 3,50 Euro
"Freundes-Karte": einmalig 8,13 Euro pro Zeitjahr
Ermäßigt (z.B. Studenten etc.): 2,50 Euro


Seit dem 1. Juli 2001 ist der Filmclub 813 Betreiber des Kinos
im städtischen Gebäude "DIE BRÜCKE".