Monatsprogramm Mai
FILMBEGINN BEI DEN 20 UHR-VORSTELLUNGEN IST GEGEN
20.13 UHR. DIE SPÄTVORSTELLUNGEN STARTEN ZIEMLICH
PÜNKTLICH.
Mittwoch 2.5.12 20 Uhr
50 Jahre Oberhausener Manifest:
die Anderen, davor und danach
Kurzfilm-Programm (1959-1966)
NOTIZEN AUS DEM ALTMÜHLTAL
BRD 1961 - s/w - 18 Min. - 16mm
Buch & Regie: Hans-Rolf Strobel, Heinrich Tichawsky
“Der Film erregte bei seiner ersten Aufführung beim
Oberhausener Kurzfilmfestival 1961 erhebliches
Aufsehen, brach er doch radikal mit der 'guten
deutschen Kulturfilmtradition'. Die beiden Filmemacher,
die nicht viel später in Oberhausen unter der Devise
'Papas Kino ist tot' zu den Vorkämpfern eines neuen
Films gehören sollten, bekannten sich, anders als
die meisten Kulturfilmer zum polemisch-engagierten,
zum journalistischen Kurzfilm. Und sie beherrschen ihr
Metier perfekt.“
Mediaartbase.de
GESICHT VON DER STANGE?
BRD 1961 - s/w - 13 Min. - 16mm
Buch & Regie: Raimund Ruehl
MACHORKA-MUFF
BRD 1962 - s/w - 17 Min. - 35mm
Nach einer Erzählung von Heinrich Böll
Regie: Danièle Huillet / Jean-Marie Straub
Darsteller: Erich Kuby, Renate Lang, Guenther Strupp, Rolf Thiede
“'Die Geschichte einer Vergewaltigung' hat Straub seinen
ersten Leinwandstreifen genannt, Vergewaltigung eines Landes,
das die Chance hatte, vom Militär befreit zu sein.“
ikdb.de
URLAUB VON DER STANGE
BRD 1959 - s/w - 10 Min. - 16mm
Buch & Regie: Walter Krüttner
ANTIQUITÄTEN
BRD 1965 - Farbe -10 Min. - 35mm
Buch & Regie: Marran Gosov
Darsteller: Christian Doermer, Walter Gnilka, Marthe Keller
DER STADTSTREICHER
BRD 1966 – s/w - 10 Min. - 35mm
Buch & Regie: Rainer Werner Fassbinder
Darsteller: Christoph Roser, Susanne Schimkus,
Michael Fengel, Irm Herrmann, Rainer Werner Fassbinder
“Ein Stadtstreicher zieht durch das herbstliche München.
Er findet eine Pistole und versucht erfolglos, sich dieser
wieder zu entledigen. Allmählich gewöhnt sich dann aber
an die Waffe und ist verzweifelt, als sie ihm von zwei
Verfolgern abgenommen wird.“
Wikipedia
WAHLKAMPF - MADE IN GERMANY
BRD 1966 – s/w -12 Min. - 35mm
Buch & Regie: Hansjürgen Hilgert
Donnerstag 3.5.12 20 Uhr
50 Jahre Oberhausener Manifest:
die Unterzeichner
DAS BROT DER FRÜHEN JAHRE
BRD 1962 - s/w – 84 Min. - 35mm
Nach dem Roman von Heinrich Böll
Regie: Herbert Vesely
Buch: Herbert Vesely, Leo Ti, Hans Robert Budewell,
nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll
Kamera: Wolf Wirth - Musik: Attila Zoller
Darsteller: Christian Doermer, Vera Tschechowa,
Karen Blanguernon, Elke Siegel u.v.a.
“Die Geschichte des Elektrikers Walter Fendrich […],
den beim Wiedersehen mit seiner Jugendfreundin Gertrud
[…] die Liebe so unvermittelt überfällt, daß er die Sinnlosigkeit
seines bisherigen Lebens einsieht, noch am gleichen Tag sein
Verhältnis mit der Tochter […] seines Chefs löst, um durch und
mit Gertrud ein neues Leben beginnen zu können.
Ein Vorläufer dessen, was man später einmal den 'jungen
deutschen Film' nannte. Herbert Veselys Film entstand zu einer
Zeit, als der Film in der Bundesrepublik einen künstlerischen
Tiefpunkt erreicht hatte. Er hat seine Bedeutung vor allem als
radikale Absage an das damals konfektionierte Mittelmaß,
dem er allerdings keine rechte Alternative entgegenzustellen wußte.
DAS BROT DER FRÜHEN JAHRE ist eine Art optisches Lexikon
filmischer Möglichkeiten – voll raffinierter Bildkompositionen,
rasanter Schwenks, verwegener Fahrten, temporeicher Montagen.“
Reclams Filmführer
Vorfilm: AUTO, AUTO
BRD 1964 - s/w – 15 Min. - 16mm
Regie: Haro Senft
Darsteller: Frauke Sinjen, Robert Roeschke,
Eduard Steinhausen, Herbert Stettner
Freitag 4.5.12 20 Uhr
CHI L'HA VISTO - WO BIST DU
D 2009 - 92 Min. - 35mm
Regie: Claudia Rorarius
Buch: Claudia Rorarius, Gianni Meurer -
Kamera: Claudia Rorarius, Paul Kominek -
Darsteller: Gianni Meurer, Paul Kominek
“Die Grenze zwischen Wahrheit und subjektiver
Wahrnehmung, zwischen Realität und Fiktion ist
ein höchst diffiziles Konstrukt. Ein hauchfeiner
Schleier, der wahres Erleben von Erfundenem
trennt, der sich oftmals stolz präsentiert, beispiels-
weise in Filmen des Fantastischen, oder sich wiede-
rum nur schwerlich enthüllen läßt. Besonders fein
gewebt ist der Stoff dieses Schleiers in CHI L'HA VISTO –
WO BIST DU. Claudia Rorarius verbindet in ihrem Spielfilm-
debüt die realen biografischen Aspekte Gianni Meurers mit
seiner fiktiven Spurensuche nach dem eigenen Vater so dicht
miteinander, daß Realität und Fiktion geradezu verschmelzen.
Untrennbar sind nun Wahrheit und Dichtung für den Zuschauer
sowie für die Figur Gianni selbst. Denn das wahrhaftige Leben
der Figur im Film wirkt infiltriert von der Illusion einer Vaterfigur,
die unauffindbar scheint.“
Mareike Post / Negativ-Film.de
“Die Schauspieler danken die Freiheiten mit schöner Natürlichkeit.
Grandios etwa Hauptdarsteller Gianni Meurers so witzige wie
melancholische Szene, in der er vor dem Spiegel eines Hotelzimmers
die Begegnung von Vater, Sohn und Moderatorin in der titelgebenden
TV-Show mimt: Allein das ist großes Kino.“
Tip Berlin
In Anwesenheit der Regisseurin!
Samstag 5.5.12 20 Uhr
50 Jahre Oberhausener Manifest: dagegen
TRÄUM WEITER, JULIA!
D 2005 - 82 Min. - digital
Buch & Regie: Klaus Lemke
Kamera: Henna Peschel - Darsteller: Timo Jacobs, Nina Schwabe,
Julia Spitzner, Meike Thomsen, Scorpion Appel, Hellmut Kettner, Adrian Dittus
“Aus dem Leben des Hamburger Taugenichts Timo,
der jeden Tag ein neues Mädchen umgarnt. Er nutzt drei
Zaubermittel: eine Flasche Wein, Kondome mit Bananen-
geschmack und einen Badestrand mit Gebüsch.
Das reicht für die Damen. Lemke zeigt Hamburg wie eine
Südseeinsel, aufgerüstet mit Sexlokal und Autowerkstatt,
und er füllt den Film schon in den ersten 15 Minuten mit so
viel sommerlichem Charme, wie andere ihn dort in 15 Jahren
nicht auftreiben könnten.“
Werkstattkino
“Wie aus einem sündteuren Hochzeitskleid ein
hammerharter One-Man-Puff wird.“
Klaus Lemke
Vorfilm: 13 MAL GLÜCK
D 2010 - 20 Min. - digital
Regie: Klaus Lemke
Samstag 5.5.12 - 22:30 Uhr (!)
Cine bizarro: Joe Dante
DAS TIER
(THE HOWLING)
USA 1981- DF - 90 Min. - 35mm
Regie: Joe Dante
Buch: John Sayles & Terence H. Winkless - Kamera: John Hora -
Musik: Pino Donaggio
Darsteller: Dee Wallace, Patrick Macnee, Dennis Dugan, Slim Pickens
Christopher Stone, Belinda Balaski, Kevin McCarthy, John Carradine,
Die Fernsehjournalistin Karen wird als Lockvogel für einen Serienkiller
eingesetzt. Das geht fast schief: In der Videokabine eines Sexshop
fällt “Eddie, der Verstümmler“ über sie her. Er kann erst im letzten
Moment von der Polizei erschossen werden. Dieses Erlebnis verfolgt
Karen. Sie sucht Hilfe in einem Sanatorium, das abgelegen in einem
Wald liegt. Doch Karen merkt schnell, daß dort etwas nicht stimmt.
Ein Klassiker des Werwolf-Films, der grandios zwischen Bedrohlichkeit
und Ironie oszilliert. Steven Spielberg fand DAS TIER so toll, daß er
den Corman-Schüler Joe Dante als Regisseur für GREMLINS verpflichtet hat.
“THE HOWLING arbeitet mit gelungenen Schockeffekten und würdigt
gleichzeitig liebevoll die goldene Zeit der amerikanischen B-Movies der
50er und 60er Jahre. Gerade diese gelungene Kombination macht THE
HOWLING zu einem der besten Horrorfilme der 80er Jahre.“
Ingo Strecker / Filmzentrale.com
CINE BIZARRO
Nebelschwaden auf fremden Planeten nehmen hinter dem wollüstigen Blick der Bestie ihren Platz ein. Begleitet von Wolfsgeheul erfahren wir von erotischen Lebensbeichten und werfen einen Blick auf widernatürliche Experimente geisteskranker Wissenschaftler.
Der Filmclub 813 lädt dazu ein, das abseitige und abgründige Kino zu entdecken. In unserer Reihe Cine bizarro zeigen wir ab Mai jeden Samstag in der Spätvorstellung Filme, die uns staunen lassen. Neben Klassikern des Mitternachtskinos stehen Geheimtips und Kultfilme auf unserem Spielplan.
Begleitet uns durch die Nacht und huldigt mit uns dem Bizarren.
Sonntag 6.5.12 20 Uhr
Comedy Classics: Buster Keaton
Buster-Keaton-Kurzfilm-Programm
NEIGHBORS
USA 1920 - s/w - 20 Min. - 16mm
Regie: Buster Keaton & Edward F. Cline
HARD LUCK
USA 1921 - s/w - 22 Min. - 16mm
Regie: Buster Keaton & Edward F. Cline
COPS
USA 1922 - s/w - 21 Min. - 16mm
THE BLACKSMITH
USA 1922 - s/w - 24 Min. - 16mm
Regie: Buster Keaton & Malcom St. Clair
DAYDREAMS
USA 1922 - s/w - 22 Min. - 16mm
Regie: Buster Keaton & Edward F. Cline
“Ein regelrecht symbolisches Bild findet sich in DAYDREAMS,
als Buster, von Polizisten verfolgt, ins Schiffsrad eines Ozeandampfers
geflüchtet ist, das sich unablässig dreht, und er wie ein Hamster
in seinem Laufrad darin gefangen scheint. Doch Buster wäre
nicht Buster, wenn er nicht immer wieder versuchen würde
auszubrechen, dem Schicksal die Stirn zu bieten. Auch in COPS,
einem von Keatons unbestrittenen Kurzfilm-Klassikern, wird Buster
von Polizisten gejagt, die sich von Einstellung zu Einstellung zu
verdoppeln scheinen. Ein eher ungewöhnlicher Film hingegen ist
HARD LUCK, einer von Keatons frühen Lieblingsfilmen, in dem er
uasi den Tod herausfordert. NEIGHBOURS ist eine Art Romeo &
ulia-Geschichte, die allerdings nicht derart tödlich endet wie bei
Shakespeare. In THE BLACKSMITH schließlich ist Buster der Gehilfe
eines Hufschmieds. Die Szene, in der er einem Pferd wie in einem
Schuhsalon verschiedene neue Hufeisen anpaßt, ist schlicht – umwerfend.“
Hans-Dieter Delkus
Klavierbegleitung: Daniel Kothenschulte
Mittwoch 9.5.12 20 Uhr
“First You Dream, Then You Die”
Filme nach Romanen von Cornell Woolrich
PHANTOM LADY
(ZEUGE GESUCHT aka DAS GEHEIMNIS DER LADY X)
USA 1944 - s/w - OF - 87 Min. - 16mm
Regie: Robert Siodmak
Buch: Bernard C. Schoenfeld, nach dem Roman
von William Irish (= Cornell Woolrich)
Kamera: Woody Bredell - Musik: Hans J. Salter
Darsteller: Franchot Tone, Ella Raines,
Alan Curtis, Aurora, Fay Helm, Elisha Cook jr.
“Robert Siodmaks erster Film der Schwarzen Serie.
Schatten fallen auf einen Unschuldigen, der verloren
in der Nacht von New York hinter Gittern sitzt: Jazz tönt
aus billigen Bars, hochhackige Absätze klappern über
den Asphalt – und jemand sucht fieberhaft die unbe-
kannte Dame mit dem Hut, die dringend als Entlas-
tungszeugin gebraucht wird.“
Heinzlmeier / Menningen / Schulz: Kino der Nacht
Donnerstag 10.5.12 20 Uhr
Comedy Classics: The Marx Brothers
THE COCOANUTS
USA 1929 - s/w - OF - 96 Min. - 16mm
Regie: Robert Florey, Joseph Santley
Buch: George S. Kaufman, Morrie Ryskind
Kamera: George J. Folsey - Musik: Irving Berlin
Darsteller: Groucho, Chico, Harpo & Zeppo Marx,
Margaret Dumont
“Der erste Film der Marx Brothers, eine Übertragung ihres
gleichnamigen Broadway-Hits in den frühen Tonfilm, mithin
im Ruf stehend, noch recht 'unfilmisch' zu sein – was auch
ein großes Glück ist: THE COCOANUTS bietet ein nahezu
unverfälschtes Dokument der Marxschen Vaudeville-Wurzeln;
die Brüder agieren in aller Frische, am Zenit der Unbekümmert-
heit. Unstrittig ist auch die Leidensfähigkeit von Margaret Du-
mont, die stets das beste Opfer von Grouchos Beleidigungen
war, sowie die reizende Verbalanarchie der Marxe. Chico zu
Harpo: 'Right now, I’d do anything for money. I’d kill somebody
for money. I’d kill you for money.' Und auf Harpos bekümmerten
Blick: 'Hahaha – ah no, you’re my friend. I’d kill you for nothing!'
Groucho über die beiden Regisseure, den bemerkenswerten
Franzosen Robert Florey und den US-Handlanger Joseph Santley:
'One of them didn’t understand English, the other didn’t understand
Harpo.'“
Christoph Huber / Österreichisches Filmmuseum
Freitag 11.5.12 20 Uhr
Kurzfilm-Premiere
ZIEHEN
D/PL 2012 - 27 Min. - digital
Regie: Jutta Riedel & Mirek Balonis
Idee: Jutta Riedel & Mirek Balonis - Kamera, Schnitt & Musik:
Mirek Balonis
Darsteller: Jutta Riedel, Mirek Balonis, Jo Zimmermann aka
Schlammpeitziger, Katrin Leuthe, Ulrich Gülden, Eberhard Boeck
Jutta, Fernsehschaffende, 48, und Mirek, polnischer IT-
Spezialist, 42, haben sich im Internet kennengelernt - beide
auf der Suche nach einem nichtrauchenden Partner. Die
beiden verstehen sich zunächst gut. Doch dann wird die
Beziehung auf eine ernsthafte Probe gestellt. Die Grenzen
der Realität verschwimmen…
RUMBA, KITSCH & CABARET: 4 KLASSIKER DES MEXIKANISCHEN MELODRAMS DER 1950ER JAHRE
In den späten 1940er Jahren erreicht die mexikanische
Filmproduktion ihren Höhepunkt und ein neues Filmgenre
entsteht: der Cabaretera-Film. Im Mittelpunkt stehen die
urbanen Zentren Mexikos und die afro-kubanische Musik.
Kubanische Musiker wie Pérez Prado oder Benny Moré
hatten den Mambo und andere Grooves nach Mexiko City
gebracht und bespielten mit der kubanischen Rumbatänzerin
Ninón Sevilla, auch “blonde Venus“ genannt, die Cabarets.
Als so genannte “Rumberas“ avancierten Ninón Sevilla,
Maria Antonieta Pons oder Amalia Aguilar zu internationalen
Leinwandstars der mexikanischen Cabaretera-Filme. Es ist
das Kino der Tanzsäle und herzzerreißenden Melodramen
zwischen Kitsch & Noir, in dem gefallene Mädchen als
unwiderstehliche Tänzerinnen das Nachtleben der mexikanischen
Großstädte erobern.
In der Figur der begehrenswerten Prostituierten, der “Pecadora“
(Sünderin) überhöht, setzen sich die Rumberas den meist
männlichen Schurken zur Wehr, um im Varieté-Stil und von
großen Orchestern begleitet zu Rumba, Mambo & Cha-Cha-Cha
die Hüften zu schwingen. Ganz abgesehen von den vielen
eindrucksvollen Song- und Revuenummern namhafter Superstars
wie Rita Montaner oder Pedro Vargas.
Samstag 12.5.12 20 Uhr (pünktlich!)
Rumba, Kitsch & Cabaret:
4 Klassiker des mexikanischen Melodrams der 50er
VERBOTENE STRASSE
(VÍCTIMAS DEL PECADO)
Mexiko 1951 - s/w - DF - 87 Min. - 35mm
Regie: Emilio Fernández
Buch: Emilio Fernández, Mauricio Magdaleno
Kamera: Gabriel Figueroa - Musik: Antonio Díaz Conde
Darsteller: Ninón Sevilla, Tito Junco, Rodolfo Acosta,
Ismael Pérez “Poncianito“, Margarita Ceballos, Francisco
Reiguera, Rita Montaner, Benny Moré, Pedro Vargas,
Pérez Prado, Toña la Negra
In Mexiko City nimmt sich die Rumbatänzerin Violeta eines im
Müll ausgesetzten Babys an. Sie verliert ihren Job im Cabaret
“Changoo“ und ist gezwungen, anschaffen zu gehen.
“Kamera-Legende Gabriel Figueroa (Luis Buñuels langjähriger
Kameramann) hat das von Auftritten erstklassiger Stars der
Latino-Musikszene (u.a. Ninón Sevilla, Rita Montaner, Pedro
Vargas, musikalische Leitung: Perez Prado) flankierte Sitten-
gemälde um Sünde, Schuld und Sühne wundervoll expressio-
nistisch, mit den Stilmitteln des Film Noir, fotografiert. Ein
kinematografisch bewegtes Heiligenbild aus der Halbwelt der
Sünde, das auf Platz 20 der Ewigenliste der 100 besten mexi-
kanischen Filme aller Zeiten rangiert: Pulp Fiction unverdünnt
und in ihrer reinsten Form – anders gesagt: ein echter Heuler,
Kintopp pur.“
Roland Hartig
Einführung: Dr. Inka Marter
Im Anschluss legen Inka Marter & Aurora Rodonò
Rumba & Mambo auf.
Samstag 12.5.12 - 23 Uhr (!!)
Cine bizarro: Mario Bava
PLANET DER VAMPIRE
(TERRORE NELLO SPAZIO)
I/E 1965 - DF - 86 Min. - 35mm
Regie: Mario Bava
Kamera: Antonio Pérez Olea, Antonio Rinaldi, Mario Bava
Musik: Gino Marinuzzi Jr.
Darsteller: Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda,
Evi Marandi, Stelio Candelli, Franco Andei
Das Raumschiff Argos landet auf einem merkwürdigen Planeten Not, von dem die Besatzung zuvor unerklärliche Signale empfangen hat. Sie finden das Raumschiff Galliot vor, mit dem sie gemeinsam zur Erforschung des Planeten aufgebrochen sind, dessen Besatzung allerdings nur noch tot geborgen werden kann. Bald bemerken die Crewmitglieder, daß unheimliche Wesen sich der Körper der toten Raumfahrer bemächtigen und es auch auf sie abgesehen haben.
Trotz Bavas typischer Farbenverliebtheit schlägt PLANET DER VAMPIRE recht düstere Töne an. In den nebelverhangenen Pappmachébauten tritt die Geschichte beinahe in den Hintergrund und der Film lebt seine einzigartige Atmosphäre voll aus. Letztlich ist PLANET DER VAMPIRE weit mehr als nur Ideenlieferant für Ridley Scotts ALIEN, nämlich einer der faszinierendsten Filme des europäischen Horror/Science Fiction-Genres der sechziger Jahre.
“The film literally feels like a pulp magazine cover come to garish life...“
Derek Hill / Images Journal (Januar 2007)
Mittwoch 16.5.12 20 Uhr
Rumba, Kitsch & Cabaret:
4 Klassiker des mexikanischen Melodrams der 50er
NACHTS ... WENN ANDERE SCHLAFEN
(CABARET TRÁGICO)
Mexiko 1958 - s/w - DF - 82 Min. - 35mm
Regie: Alfonso Corona Blake
Buch: Alfonso Corona Blake, Óscar J. Brooks
Kamera: Rosalío Solano - Musik: Juan García Esquivel
Darsteller: Kitty de Hoyos, Columba Domínguez, Carlos Baena,
Elsa Cárdenas
In einem Cabaret recherchiert ein Journalist die näheren
Umstände eines Mordes und kommt dabei einer Sängerin
auf die Spur, die ein Tanzpaar erpreßt.
“Wunderschönes Nachtclub-Krimidrama mit von Busby
Berkeley inspirierten, jedoch nur mit Mikro-Budget inszenierten
Song- und Revueeinlagen. Die Musik allerdings ist erstklassig:
Kein geringerer als der große Esquivel, 'King of Zu-Zu-Zu',
Sound-Tüftler und Easy-Listening-Geheimtip schwingt den
Taktstock! Ein im kontrastreichen Film-Noir-Stil fotografierter
'Sittenfilm', bevölkert von göttlichen mexikanischen Schlampen,
die sich an US-Vorbildern versuchen: Neben Columba Domínguez,
einer herben Liz Taylor-Kopie und einer Art mexikanischer Tura
Satana, betört im Mittelpunkt des Geschehens vor allem eine
seltsam transenhafte Marilyn Monroe namens Kitty De Hoyos.“
Roland Hartig
Freitag 18.5.12 20 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Richard Brooks (*18.5.12)
DIE GEFÜRCHTETEN VIER
(THE PROFESSIONALS)
USA 1966 - DF - 117 Min. - 35mm
Regie: Richard Brooks
Buch: Richard Brooks, nach dem Roman "A Mule for the Marquesa"
von Frank O'Rourke - Kamera: Conrad Hall - Musik: Maurice Jarre
Darsteller: Burt Lancaster, Lee Marvin, Robert Ryan, Woody Strode,
Claudia Cardinale, Jack Palance, Ralph Bellamy, Marie Gomez
Mexiko 1917. Ein Öl-Baron engagiert vier Spezialisten, die
seine entführte Frau zurückholen sollen. Doch wurde sie
wirklich entführt?
“THE PROFESSIONALS ist das Meisterwerk von Richard Brooks.
Betrachtet im Kontext der Weltproduktion […] ist der Film der
Meister aller Klassen. Er ist der Cassius Clay des Films von
1966: der kräftigste und der wendigste, der effektvollste und
der harmonischste, hochbegabt im Punch und in der Technik,
überhaupt nicht begabt im Konformismus, von großer Eloquenz
und Poesie: ganz Brooks, 200 Prozent Brooks, der Brooks, den
wir kennen, der Journalist, der großherzige, der pragmatische,
der Rooseveltianer, und noch ein anderer Brooks, ein gigantischer
Brooks, der den anderen Brooks verdeckt und ihn zugleich
komplettiert – der epische, der lyrische, der shakespeare'sche,
der verzweifelte Brooks.“
Roger Tailleur / Positif
Samstag 19.5.12 20 Uhr
“First You Dream, Then You Die”
Filme nach Romanen von Cornell Woolrich
DIE BRAUT TRUG SCHWARZ
(LA MARIÉE ÉTAIT EN NOIR)
F/I/GB 1967 - DF - 107 Min. - 16mm
Regie: François Truffaut
Buch: François Truffaut, Jean-Louis Richard, nach einem
Roman von William Irish (= Cornell Woolrich)
Kamera: Raoul Coutard - Musik: Bernard Herrmann
Darsteller: Jeanne Moreau, Claude Rich, Jean-Claude Brialy,
Michel Bouquet, Michel Lonsdale, Charles Denner
“Nachdem ihr Bräutigam durch die Fahrlässigkeit einer
Männerclique ums Leben kam, macht sich eine Frau auf
die Suche nach den Tätern und tötet sie nacheinander auf
raffinierte Weise. François Truffaut verarbeitet traditionelle
Motive des Melodrams und des Hitchcock-Thrillers zu einer
faszinierenden Geschichte um Liebe, Rache, Schuld und
Tod. Der spielerische, zugleich formal streng kalkulierte
Umgang mit verschiedenen Genre-Elementen ermöglicht
überraschende, zum Teil amüsante, stets spannende
Variationen des 'amour fou'-Themas, das unter der
kriminalistischen Oberfläche des Films den Motor der
Handlung bildet.“
Lexikon des Internationalen Films
“Eines begeisterte mich vor allem: einen Liebesfilm zu
drehen, in dem keine einzige Liebesszene vorkommt.“
François Truffaut
Samstag 19.5.12 - 22:30 Uhr (!)
Cine bizarro: Erotic Madness
SEXUALRAUSCH
(THE TOY BOX)
USA 1971 - DF - 72 Min. - 35mm
Buch & Regie: Ronald Victor García - Kamera: Paul Hunt
Darsteller: Evan Steele, Ann Myers, Neal Bishop, Lisa Goodman,
Deborah Osborne
Jedes Jahr veranstaltet der mysteriöse “Onkel“ in seiner Villa
zünftige Sexorgien, wobei die geladenen Gäste in erster Linie
einfallsreiche Darbietungen für den Herrn des Hauses performen
sollen. Zur Belohnung darf sich anschließend jeder etwas aus
einer Kiste aussuchen. Auf der diesjährigen Veranstaltung ist
jedoch alles anders und es geht das Gerücht um, daß “Onkel“
das Zeitliche gesegnet habe und der rauschebärtige Mann in
seinem Zimmer lediglich seine sterblichen Überreste seien.
Dies beschert dem munteren Treiben keinen Abbruch. Doch
als die ersten Leichen gefunden werden, machen sich Donna
und Ralph daran herauszufinden, was in der Villa vor sich geht.
Ein Film, den man gesehen haben muß, um zu glauben, daß es
ihn gibt. Hier hat Regisseur Ron Garcia ganz tief in der Trashkiste
gewühlt und nur die absurdesten Kuriositäten zu Tage gefördert.
Neben einem notgeilen Bett, einer sprechenden Lampe und jeder
Menge surrealer Sexnummern bietet SEXUALRAUSCH vor allem
Spaß völlig neben der Spur. Die deutsche Fassung bietet darüber
hinaus durch eine sinnentstellende Synchronisation echtes
Trashfeeling.
“Trotz wenig echter Handlung (oder gerade deswegen) ist SEXUAL-
RAUSCH ein Must-See aus dem 'Beyond-Belief'-Bereich.“
Frank Trebbin / Die Angst sitzt neben dir (1998)
Sonntag 20.5.12 20 Uhr
Comedy Classics: The Marx Brothers
ANIMAL CRACKERS
USA 1930 - s/w - OF - 97 Min. - 16mm
Regie: Victor Heerman
Buch: Morrie Ryskind - Kamera: George Folsey
Darsteller: Groucho, Chico, Harpo & Zeppo Marx, Margaret
Dumont
“Antonin Artaud über die 'ganz besondere Magie' dieses Films:
'Wenn es einen charakteristischen Zustand, einen erkennbaren
poetischen Grad des Geistes gibt, der sich Surrealismus nennen
darf, so gehört ANIMAL CRACKERS voll und ganz dazu. 'Ein
monologisches Demonstrationszitat, von Groucho als mit dem
hinreißenden Song 'Hooray for Captain Spaulding' gefeierter, nicht
ganz glaubwürdiger Großwildjäger serviert: 'One morning I shot an
elephant in my pyjamas, How he got in my pyjamas, I don`t know.'“
Christoph Huber / Österreichisches Filmmuseum
Mittwoch 23.5.12 20 Uhr
Rumba, Kitsch & Cabaret:
4 Klassiker des mexikanischen Melodrams der 50er
MÄDCHEN DER STRASSE
(TROTACALLES)
Mexiko 1951 - s/w - DF - 73 Min. - 35mm
Regie: Matilde Landeta - Buch: Matilde Landeta, José Aguila
Kamera: Rosalío Solano - Musik: Gonzalo Curiel
Darsteller: Miroslava Stern, Ernesto Alonso, Isabela Corona,
Elda Peralta
Ohne voneinander zu wissen, verfallen die zwei Schwestern
Elena und Maria dem gleichen Schurken Rudy. Maria prostituiert
sich, und Elena schläft mit dem Zuhälter ihrer Schwester. Aber
die Rechnung des skrupellosen Gauners geht nicht auf...
“Wenn auch die Darsteller in ihrem südländischen Temperament
für unsere Begriffe manchmal zu viel Pathos entwickeln und
manches antiquiert wirkt, so sorgen doch die spannungsgeladene
Handlung, das gut getroffene Milieu und die schwungvolle Musik
dafür, daß die Zuschauer dem Drama auf der Bildwand mit
Interesse und Anteilnahme folgen.“
filmecho (1959)
“The only melodrama of prostitution from the Golden Age of
Mexican cinema co-scripted and directed by a woman, this
work turns the tables on the conventional moralism associated
with the genre.”
Presseerklärung UC Santa Cruz Filmfestival (1995)
Donnerstag 24.5.12 20 Uhr
Zum 80. Geburtstag von Richard Lester (*19.1.32)
TOLL TRIEBEN ES DIE ALTEN RÖMER
(A FUNNY THING HAPPENED ON THE WAY TO THE FORUM)
USA/GB 1966 - DF - 99 Min. - 35mm
Regie: Richard Lester
Buch: Burt Shevelove, Larry Gelbart, Melvin Frank, Michael
Pertwee, mit Charakteren nach Titus Maccius Plautus
Kamera: Nicolas Roeg - Musik: Stephen Sondheim
Darsteller: Zero Mostel, Phil Silvers, Michael Crawford, Jack
Gilford, Annette Andre, Buster Keaton
“Seht was apartes, hartes und smartes, etwas für jedermann,
denn Gaudium muß sein! – Eine der turbulentesten Burlesken,
die je über den Broadway tobten, feierte auch im Kino Triumphe:
Toll trieben es die alten Römer vor allem dank der Talente von
Tony Award-Gewinner Zero Mostel, Phil Silvers, Jack Gilford,
Michael Crawford – und Slapstick-Legende Buster Keaton in
seiner letzten Rolle. Mit schmissigen Ohrwürmern wie
'Gaudium muß sein' oder 'Lieblich' schuf Stephen Sondheim
ein ebenso ausgeflipptes wie ausgefeiltes Musical über eine
verrückte Bande alter Römer. Derb, raffiniert und rasant
zugleich, wirft es einen ungenierten Blick unter die Togen der
klassischen Antike. Der witzige und wieselflinke, so verschla-
gene wie verlogene Sklave Pseudolus findet heraus, daß der
Sohn seines Herrn sich in ein Mädchen von nebenan verliebt
hat, eine noch jungfräuliche Kurtisane. Er verspricht dem
Liebeskranken, das Herz der Schönen für ihn zu gewinnen –
als Gegenleistung für seine Freiheit. Aber vor das Glück haben
die Götter irre Klamotte und irre Komplotte gesetzt – und das
wahnwitzigste Wagenrennen aller Zeiten!“
moviepilot.de
Einführung: Axel Petry
Freitag 25.5.12 20 Uhr
“First You Dream, Then You Die”
Filme nach Romanen von Cornell Woolrich
DAS GEHEIMNIS DER FALSCHEN BRAUT
(LA SIRÈNE DU MISSISSIPI)
F/I 1969 - DF - 123 Min.- 35mm - Cinemascope
Regie: François Truffaut
Buch: François Truffaut, nach einem Roman von
William Irish (= Cornell Woolrich)
Kamera: Denys Clerval - Musik: Antoine Duhamel
Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Cathérine Deneuve,
Michel Bouquet, Nelly Bourgeaud, Marcel Berbert
“Die Leidenschaft zu einer schönen Frau kettet einen reichen
Fabrikbesitzer bedingungslos an ihre abenteuerliche Existenz,
beraubt ihn seines Vermögens und macht ihn zum Mörder.
Truffaut-Variation über das Thema der 'amour fou' – gespickt
mit zahlreichen Verweisen auf die französische und amerikanische
Kinotradition (Renoir, Hitchcock), hervorragend gespielt und mit
doppelbödiger Ironie inszeniert.“
Lexikon des Internationalen Films
“Zum ersten Mal habe ich einen Film über ein Paar gemacht.
In GEHEIMNIS DER FALSCHEN BRAUT gibt s keinen anderen
Mann oder eine andere Frau, und so konnte ich mich ganz auf
die Vertrautheit eines Paares konzentrieren: wie der Weg vom
Sie zum Du, langem Schweigen, zwei Menschen dazu führt,
füreinander unentbehrlich zu werden.“
Francois Truffaut
Samstag 26.5.12 20 Uhr
Zum 80. Geburtstag von Richard Lester (*19.1.32)
WIE ICH DEN KRIEG GEWANN
(WHO I WON THE WAR)
GB 1967 - DF - 110 Min. - 35mm
Regie: Richard Lester
Buch: Charles Wood, nach einem Roman von Patrick Ryan
Kamera: David Watkin - Musik: Ken Thorne
Darsteller : Michael Crawford, John Lennon, Roy Kinneam,
Lee Montague, Jack MacGowran, Karl Michael Vogler
“Die grotesken Abenteuer einer Gruppe britischer Soldaten, die
im Zweiten Weltkrieg in Afrika gegen die Deutschen kämpfen.
Boshafte Satire auf Militarismus, Heldenkult und Veteranensen-
timentalität; zugleich eine respektlose Demontage sämtlicher
Kriegsfilmklischees. Komödienregisseur Richard Lester benutzt
wie in seinen Beatles-Filmen Stilelemente der Popavantgarde
und des Comic-strips, um herkömmliche Erzählmuster spielerisch
zu karikieren.“
Lexikon des Internationalen Films
Samstag 26.5.12 - 22:30 Uhr (!)
Cine bizarro: The Golden Age of Porn
MEMORIES WITHIN MISS AGGIE
USA 1974 - OF - 80 Min. - 16mm - ab 18 Jahre
Regie: Gerard Damiano - Buch: Ron Wertheim
Kamera: Joao Fernandes - Musik: Rupert Holmes
Darsteller: Deborah Ashira, Eric Edwards, Harry Reems,
Mary Stuart, Darby Lloyd Rains, Patrick L. Farrelly
Miss Aggie tagträumt in ihrer einsamen Hütte von unterschiedlichen
erotischen Erlebnissen ihres Lebens. Als ein unbekannter Mann
Aggie besucht, verwischen Realität und Traum für sie immer mehr.
Ihre Psyche ist im Delirium. Die Wahrheit ist quälend.
“Hätte Ingmar Bergman einen Pornofilm gemacht, so wäre
MEMORIES WITHIN MISS AGGIE von 1974 dabei herausge-
kommen. Die haarsträubende Geschichte einer einsam
lebenden alten Frau, die einst ihren Liebhaber umbrachte und
seinem mumifizierten Leichnam nun verschiedene fiktive
Versionen ihrer Vergangenheit schildert. Ein filmisch versiert
gemachter Psychothriller, dessen Mißachtung aller
Pornokonvention an Selbstkasteiung grenzt. Ein schönes
Beispiel dafür, daß in den siebziger Jahren einfach alles
entstehen konnte.“
Christian Keßler / Spiegel Online (2011)
Sonntag 27.5.12 20 Uhr
Comedy Classics: The Marx Brothers
MONKEY BUSINESS
(DIE MARX BROTHERS AUF SEE)
USA 1931 - s/w - OF - 77 Min. - 16mm
Regie: Norman Z. McLeod
Buch: S.J. Perelman, W.B. Johnstone nach einer Erzählung
von Ben Hecht und Roland Pertwee - Kamera: Arthur L. Todd
Darsteller: Groucho, Chico, Harpo & Zeppo Marx
“Die Brüder als blinde Passagiere auf einem Schiff, eminente
Störfaktoren im Tagesablauf des Kapitäns sowie diverser
rivalisierender Banden: eine der ersten direkt fürs Kino
konzipierten Marx-Brothers-Komödien, die ultimative Vorstudie
zur endgültigen surrealistischen Explosion DUCK SOUP.
Zu den gigantischen Sequenzen dieses Wahnwitz-Meisterwerks
gehört der eindrucksvoll unsinnige Versuch aller Brüder, sich als
Maurice Chevalier auszugeben, um von Bord zu kommen.
Raymond Durgnat: 'Die Marx Brothers haben etwas Unbezähm-
bares, Instinkthaftes, Freies und Triumphierendes, das ihre Filme
über die Satire hinaus zu einem Manifest der Lebensfreude macht.'“
Christoph Huber / Österreichisches Filmmuseum
Mittwoch 30.5.12 20 Uhr
Rumba, Kitsch & Cabaret:
4 Klassiker des mexikanischen Melodrams der 50er
DER MALER UND SEIN MODELL
(EL SEDUCTOR)
Mexiko 1955 - s/w - DF - 77 Min. - 35mm
Regie: Chano Urueta - Buch: Rafael García Travesi
Kamera: Agustín Jiménez - Musik: Antonio Díaz Conde
Darsteller: Ramón Gay, Ana Luisa Peluffo, Amanda del
Llano, José Luis Jiménez, Emma Roldán
Angélica posiert für den Künstler Juan Alberto,
der sich nicht ohne Hintergedanken auf Aktmalerei
spezialisiert hat. Als Angélicas Schwester Raquel
erfährt, daß Juan Alberto der Verführer ihrer Mutter
ist, will sie Rache.
“In Mexiko waren die Hauptattraktionen dieses einstigen
Kassenhits die musikalischen Zwischenspiele von Ana
Luisa Peluffo und Los Bribones, im Ausland sorgten die
zahlreichen (dezenten) Nacktszenen für Furore. Soweit sie
nicht, wie hierzulande, zum Großteil der Schere der FSK
zum Opfer fielen.“
Roland Hartig
Donnerstag 31.5.12 20 Uhr
“First You Dream, Then You Die”
Filme nach Romanen von Cornell Woolrich &
Zum Geburtstag von Rainer Werner Fassbinder (*31.5.45)
MARTHA
BRD 1974 - 116 Min. - 35mm
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Buch: Rainer Werner Fassbinder, nach einer Kurzgeschichte
von Cornell Woolrich
Kamera: Michael Ballhaus
Musik: Max Bruch, Orlando di Lasso, Gaetano Donizetti
Darsteller: Margit Carstensen, Karlheinz Böhm, Gisela Fackeldey,
Adrian Hoven, Barbara Valentin, Ingrid Caven, Ortrud Beginnen,
Günter Lamprecht, Kurt Raab
“Martha, Anfang 30 und noch unberührt, unternimmt mit ihrem kühlen,
distanzierten Vater eine Urlaubsreise nach Rom. Auf der Spanischen
Treppe erleidet ihr Vater einen tödlichen Herzinfarkt. In der Folge trifft
Martha in der deutschen Botschaft den ihr unbekannten Helmut
Salomon. Zurückgekehrt begegnet sie ihm nach einiger Zeit wieder,
schon kurz darauf heiraten sie. Martha ist von Salomons Dominanz
und Charisma überwältigt. Auf der gemeinsamen Hochzeitsreise
beginnt Helmut systematisch, Martha zu quälen und nach seinen
Vorstellungen zu 'erziehen'.“
Wikipedia
“Mit MARTHA kommt Fassbinder seinem Vorbild Douglas Sirk und
dessen Film IMITATION OF LIFE am nächsten, und damit, mit den
Mitteln der Kulturindustrie, auch Adorno: Es gibt kein richtiges Leben
im Falschen.“
arte.tv
Die Filmreihe
Rumba, Kitsch & Cabaret:
4 Klassiker des mexikanischen Melodrams der 50er
findet in Kooperation mit dem Filmmuseum Düsseldorf statt.
Dort laufen die gleichen Filme im Kino Black Box.